Abo-Service nutzen
< Dachdecker - Hoch hinaus
13.05.20

Bauzeichner - Planmäßige Ideenverwirklichung

Sarah (20) absolviert gerade ihr zweites Ausbildungsjahr zur Bauzeichnerin im Unternehmen Hoffmann.Seifert.Partner Architekten Ingenieure in Suhl. Hier durchläuft sie während ihrer dreijährigen Ausbildung alle Fachbereiche, von der Planung bis hin zur Bauleitung.


Bauzeichner, HSP, Ausbildung, Azubi, WiYou, Thüringen, Erfurt

Foto: Petra Schmieder

Wie kann man sich die Ausbildung zur Bauzeichnerin vorstellen? Alles beginnt mit einfachen Zeichnungen und Plänen am PC oder auch per Hand. So schult man einerseits sein Können und sein räumliches Vorstellungsvermögen und lernt andererseits die doch sehr komplexen Zeichen- und Planungsprogramme kennen.

Je mehr Wissen und Erfahrung wir haben, desto mehr werden wir im Laufe der dreijährigen Ausbildung in die jeweiligen Projekte einbezogen. Man wird Teil eines Teams, in das man sein Know­how einbringen kann und bereits selbstständig mitwirkt. Und „mitwirkt“ ist hier genau das Stichwort. Denn alles, was hier ausgearbeitet, erstellt, geplant und letztendlich auch umgesetzt wird, ist nur im Team realisierbar. Als „Einzelkämpfer oder Eigenbrötler“ hat man keine Chance.

Wie sieht der Alltag im zweiten Ausbildungsjahr aus? Neben dem Erstellen von Plänen begleite ich gelegentlich auch Teams auf die Baustellen und verfolge Teambesprechungen und Kundengespräche. Ich helfe beim Ausdrucken/Plotten der Pläne und dem anschließenden richtigen Zusammenfalten. Das mag unspektakulär klingen, ist allerdings oftmals eine mega Herausforderung, da einige Pläne wirklich gigantisch groß sind.

Der Unterricht erfolgt im Block, das heißt alle zwei bis drei Wochen. Hier solltet ihr wissen, dass ihr schon eine leichte Affinität zu Zahlen, Mathematik, Physik und Technik haben solltet, wenn ihr diesen Beruf erlernen möchtet. Klar, wir zeichnen viel und müssen auch kreativ sein, aber das hat nichts mit dem Malen und Zeichnen im Kunstunterricht zu tun.

Neben dem regulären Berufsschulunterricht finden auch externe Schulungen und Lehrgänge statt. Dort wird uns das Fachwissen vermittelt, das wir aufgrund der Spezialisierung unseres Unternehmens auf bestimmte Fachbereiche im eigenen Hause nicht erlernen können.

Was macht den Beruf besonders? Das Ergebnis. Mein erstes Projekt, an dem ich mitwirken durfte, war die Neugestaltung des Außenbereichs eines Wohnkomplexes. Hier durfte ich mitgestalten und über einiges mitbestimmen. Es ist so faszinierend, was man alles erreichen kann. Aus einem Wunsch wird eine Idee, daraus eine Zeichnung, daraus ein Plan und plötzlich wird aus einer kahlen und unbebauten Fläche ein bunt blühendes und lebendiges Areal. Dabei mitgewirkt und darauf Einfluss genommen zu haben, hat mich wahnsinnig stolz gemacht.

Was kommt nach der Ausbildung? Im Laufe meiner Ausbildung werde ich mich auf einen Schwerpunkt spezialisieren. Welche Abteilung oder welcher Bereich das sein wird, wird sich noch zeigen. Was liegt mir mehr? Wo werde ich gebraucht? Wo würde mein Wissen oder meine Kreativität dem Unternehmen am meisten nützen? Das hat aber noch ein wenig Zeit. (ps)