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08.09.20

Bankkaufleute - Kundenservice statt Zahlenschieben

Mathematikunterricht in der Oberstufe? Für Anika und Tim kein gutes Thema. „Reden wir besser nicht darüber“, lacht Tim. Trotzdem haben die beiden sich für eine Ausbildung zum Bankkaufmann beziehungsweise zur Bankkauffrau bei der Sparkasse Mittelthüringen entschieden. Zahlen seien dafür zwar nicht zu unterschätzen, dennoch sind sie schon lange nicht mehr das Zentrum der Arbeit der Bankkaufleute.


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Foto: PPB

Es sei „das vielfältige Aufgabengebiet“, das ihr Spaß mache, erklärt die 24-jährige Anika. Ein Grund für diese Vielfalt: Alle sechs Monate wechseln die Azubis in eine andere Filiale, überall erwarten sie neue Kunden und neue Tätigkeiten.

Im Kern seien die aber auch immer wieder gleich: Serviceorientiert und den festgelegten Ablaufen folgend. „Es macht mir Spaß, mit vielen verschiedenen Menschen zu tun zu haben und sie bei ihren Wünschen und Sorgen zu unterstützen“, erzählt Tim. Er ist 21 Jahre alt, kommt aus Weimar und ist daher besonders an den Standorten rund um seine Heimatstadt eingesetzt. Ein Vorteil, kennt er schließlich die örtlichen Gegebenheiten. Tim und Anika sind beide im dritten Lehrjahr, zweieinhalb Jahre dauert ihre Ausbildung. Eine Regelung, die immer dann zutrifft, wenn ein Azubi bereits das Abitur in der Tasche hat. Für alle anderen gilt eine Ausbildungszeit von drei Jahren, die bei guter Leistung jedoch ebenfalls verkürzt werden kann.

„Ich habe einfach Spaß am Vertrieb, arbeite gern mit Menschen und in Teams und freue mich, dass in unserem Bereich viel Learning by doing ist“, sagt Anika, die sich mit ihrer Ausbildung im richtigen Beruf angekommen fühlt. Ein gewisses Interesse an der Wirtschaft, gute bis sehr gute Noten und ein breites Allgemeinwissen sind es, die für den Beruf der Bankkaufleute Voraussetzung sind. Spätestens seit dem Corona-Lockdown geht es auch in diesem Sektor vermehrt um digitale Kompetenz. Beratungsgespräche können inzwischen per Videochat stattfinden, Onlinebanking wird immer wichtiger. Auch die in Erfurt befindliche Berufsschule passt sich diesen neuen Besonderheiten an, bietet inzwischen auch selbst Online-Angebote für ihre Schüler.

„Trotzdem ersetzen diese technischen Möglichkeiten den Kundenkontakt nicht vollkommen“, berichtet Anika. Und Tim fügt hinzu, dass nicht jeder Mensch sich auf digitale Bankgeschäfte einlassen wolle – und vor allem unter den älteren Menschen es nicht immer möglich sei. Handische Überweisungen, Beratungsgespräche zu Krediten oder Wertpapierangelegenheiten werden auch in Zukunft in den Filialen der Banken stattfinden. Aufstiegschancen bietet der Beruf im Übrigen auch: Wer nicht nur im direkten Kundenverkehr arbeiten möchte, für den biete sich eine Menge an Herausforderungen, die organisatorisch aber auch entwickelnd sein können, erklärt Tim. (ppb)