Abo-Service nutzen
< BWL Studienrichtung Management in öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen (DH Gera-Eisenach)
23.08.16

Anlagenmechaniker - Meister der Rohrsysteme

Was verbirgt sich unter der Asphaltdecke, wie wird die Stadt mit Wasser versorgt und wie repariert man Schäden, die zu einem Stopp der Fernwärme­ oder Gasversorgung führen? Fragen, die der 28­jährige Nick während seiner Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Rohrsystemtechnik beantwortet bekommt. Er lernt diesen Beruf bei der Stadtwerke Jena Anlagenservice GmbH.


Ausbildung, Jena, Thüringen, Anlagenmechaniker, Stadtwerke Jena

Foto: Juliane Großmann/WiYou.de

Seit eineinhalb Jahren ist Nick nun schon bei den Stadtwerken in der Ausbildung. Auf diesen Beruf gekommen ist Nick durch einen Freund, der ebenfalls dort arbeitet. „Ich war vorher bei der Bundeswehr und habe dort Kfz-Mechatroniker gelernt. Als mein Freund mir von dieser Ausbildung erzählte, war ich gleich interessiert. Technisch interessiert bin ich, aber in der vorherigen Ausbildung fehlte mir die Abwechslung.“ Nach der Bewerbung absolvierte Nick für zwei Wochen ein Betriebspraktikum. „Neben dem Vorstellungsgespräch musste ich auch einen Test mit technischen Fragen und Fragen zum Allgemeinwissen absolvieren.“

Das erste der insgesamt dreieinhalb Lehrjahre verbrachte er nicht im Betrieb, sondern im Bildungsverein der Ver­ und Entsorgungsunternehmen Thüringen e.V. (BVE). „Dort wurden mir umfassende Grundkenntnisse für den Beruf beigebracht.“ Ab dem zweiten Lehrjahr werden die Auszubildenden in den verschiedenen Sachgebieten, also Wasser, Fernwärme oder Gas, eingesetzt. Während dieser Einsätze lernen sie die unterschiedlichsten Aufgaben in den Versorgungsarten und Gebieten kennen. In dieser Zeit kann es, bei Bedarf und Interesse, auch schon zu einer Entscheidung kommen, ob der Auszubildende in einem der Sachgebiete bis zum Ausbildungsende bleibt.

„Eine warme Wohnung und den ganzen Tag frisches Wasser – eine Selbstverständlichkeit, aber während der Ausbildung lerne ich, wie genau das funktioniert und wie ich dafür sorge, dass all das reibungslos funktioniert.” Die Installation, die Instandsetzung von Anlagen und Rohrsystemen und das Erkennen und Beheben von Störungen in den verschiedenen Versorgungsarten sind einige der Hauptaufgaben des Anlagenmechanikers für Rohrsystemtechnik. „Dazu lerne ich unter anderem, Rohrleitungsstücke aus Kunststoff und Metall nach Maß herzustellen. Auch die Prüfung, Installation und Instandhaltung von Regel-­, Steuer-,­ Sicherheits­- und Überwachungsanlagen ist Teil der Ausbildung und ebenso wichtig, damit alles läuft.“ Störungen im System sind beispielsweise Rohrbrüche oder der Ausfall von Pumpen. „Diese Störungen muss ich finden und reparieren.“

Nicks Arbeitsplatz ist jeden Tag ein anderer. „Ich arbeite im gesamten Versorgungsgebiet. Das können sowohl private Haushalte als auch Anlagen der einzelnen Versorgungsarten sein.“ Somit ist dieser Beruf sehr abwechslungsreich. „Und genau das gefällt mir. Ich habe jeden Tag neue Aufgaben, bin viel unterwegs und stehe nicht nur an einer Anlage oder in einer Halle. Das heißt aber auch, dass man körperlich belastbar sein sollte und auch bei Wind und Wetter draußen ist.“

Nach der Ausbildung stehen Nick die Türen im Betrieb offen. Die Stadtwerke Jena bilden gerne ihren eigenen Nachwuchs aus. Nick kann sich privat weiterbilden oder – bei einer passenden freien Stelle – unterstützen die Stadtwerke Jena ihre Mitarbeiter auch durch Freistellung und finanzielle Unterstützung bei der Weiterbildung zum Meister oder Techniker. Auch ein Studium in der Versorgungstechnik oder Maschinenbau ist möglich. (jg)