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04.07.18

Agrarwirtschaft (Überblick)

Bauer sucht Weiterbildung-   Mit dem Traktor morgens auf das Feld fahren und Getreide aussäen, mittags bei den Kühen auf der Weide Zäune reparieren und abends selbst geerntete Äpfel zu Saft verarbeiten. Nein danke, mit so was, also der Landwirtschaft, hast du doch nichts am Hut, du lebst schließlich im 21. Jahrhundert, bist mit Smartphone ausgerüstet und im Internet zu Hause. Wenn du dich auf die Suche nach einer beruflichen Karriere machst, willst du etwas „Ordentliches“, was mit Zukunft, und es darf schon auch ein bisschen anspruchsvoll sein. Und schon bist du doch wieder bei der Landwirtschaft.


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Foto: Oliver Boehmer ­ bluedesign® ­ stock.adobe.com

Die fängt natürlich mit der Arbeit auf dem Feld und im Stall an, aber schon da steckt mehr dahinter, als du auf den ersten Blick siehst. Denn auch in der Landwirtschaft bleibt die Zeit nicht stehen: Die Ansprüche steigen und die Technik entwickelt sich stetig weiter. Schön und gut, aber du träumst eigentlich davon, irgendwann als Fach-­ oder Führungskraft zu arbeiten? Auch dafür findet sich hier das Richtige. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung und ein wenig Berufserfahrung steht dir zum Beispiel die Tür zur Fachschule für Agrarwirtschaft in Stadtroda offen. Hier kannst du dich in zwei Jahren zum Beispiel zum staatlich geprüften Betriebswirt für Agrarwirtschaft weiterbilden.

Dabei geht es dann nicht mehr nur um die reine Arbeit als zum Beispiel Land- oder Tierwirt, sondern darum, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen. Und da reicht es eben nicht, zu wissen, wie man Getreide einfährt oder Schweine züchtet. Deshalb konzentriert man sich in der Ausbildung auf die betriebswirtschaftliche Seite und auf die methodischen Kompetenzen. Das spiegelt sich dann auch im Lehrplan wieder: Da stehen dann zum Beispiel Berufs­- und Arbeitspädagogik, Steuerkunde, Unternehmensfinanzierung, Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen/Controlling sowie Markt-­ und Absatzlehre.

Damit du das alles nicht nur theoretisch vermittelt bekommst, gibt es schuleigene Übungsarbeitsplätze, an denen auch eher unwichtig wirkenden Aufgaben wie Dokumentenablage durchgeführt werden – eine ordentliche geführte Buchhaltung ist schließlich Pflicht für ein laufendes Unter nehmen. Auch mit agrarwirtschaftlich wichtigen Softwareprogrammen lernst du dabei umzugehen.

Und damit du den Bezug zur Landarbeit in den zwei Lehrjahren nicht ganz verlierst, wird auch da noch ein bisschen was getan: So geht es zum Thema Nachhaltigkeit zum Beispiel raus auf das schuleigene Ökofeld oder auf eine der Schauparzellen. Außerdem gibt es Unterrichtsfelder wie Erzeugung und Vermarktung pflanzlicher Produkte, Erzeugung und Vermarktung tierischer Produkte und Landtechnik/landwirtschaftliches Bauen/Verfahrenstechnik. Wichtig dabei ist, dass du lernst, wie du berufliche Aufgaben selbstständig bearbeitest und dich flexibel an häufig verändernde Bedingungen anpasst, bist du selbst eine Führungskraft, musst du nämlich die Verantwortung auch über die Arbeit von anderen übernehmen. Und dich gleichzeitig den stetig wachsenden Anforderungen an die Agrarwirtschaft stellen, wenn es etwa um die Erzeugung von Biomasse, das Verringern des Energieverbrauches oder ökologisch angebaute Pflanzen geht.

Nach deinem erfolgreichen Abschluss arbeitest du in landwirtschaftlichen Betrieben der Tierhaltung und des Pflanzenbaus, zu Letzteren gehören beispielsweise auch Gemüse­ und Obstbaubetriebe. Zudem bist du in landwirtschaftlichen Genossenschaften, im Landhandel, im Versuchswesen und in der landwirtschaftlichen Beratung tätig. Darüber hinaus kannst du bei Landwirtschaftskammern oder in der Agrarverwaltung beschäftigt sein. (mü)