Abo-Service nutzen

Auswahl Studiengang

< Business Administration (FH Erfurt)
01.09.15

Verwaltungsfachangestellte - Zwei für Erfurt

Damit die mehr als 200.000 Einwohner Erfurts nicht vor verschlossenen Türen stehen, wenn sie eines der Ämter der Stadt, wie etwa das Bürger­ oder das Sozialamt, aufsuchen, sind unter anderem die Verwaltungsfachangestellten im Dienst der Stadt beschäftigt. Wie die Auszubildenden Miriam und Constanze. Die beiden Erfurterinnen sind 22 Jahre alt, jeweils im dritten Lehrjahr und finden, für ihre Heimatstadt zu arbeiten und für die Bürger da zu sein, ist ein echter Traumberuf.


Ausbildung, Thüringen, Erfurt, Verwaltungsfachangestellte

Foto: Manuela Müller/WiYou.de

Während Miriam ihren Traumberuf durch ein zweiwöchiges Praktikum im Sozialamt fand, war Constanze schon als Kind ganz begeistert von der Arbeit im Amt. „Ich war damals mit meinen Eltern im Bürgeramt, um meinen Kinderreisepass zu beantragen und ich dachte gleich, hier würde ich auch gern arbeiten.“ Beide überzeugte, dass man zwar einen Bürojob, aber trotzdem auch sehr viel mit Menschen zu tun habe. Als angehende Verwaltungsfachangestellte der Stadtverwaltung Erfurt durchlaufen sie während der Ausbildung im vier­ bis fünfmonatigen Wechsel verschiedene Einsatzstellen. „Die Aufgaben dabei sind sehr vielfältig. Ich war zum Beispiel im Amt für Grundstücks­ und Gebäudeverwaltung, im Garten­ und Friedhofsamt, im Amt für Wirtschaftsförderung und in der Kulturdirektion. Man bearbeitet beispielsweise Anträge und Anfragen, empfängt Bürger, schreibt Rechnungen und Protokolle, kümmert sich um die Post oder archiviert auch mal Akten. Da muss man sich zwar jedes Mal neu in die jeweiligen Sachgebiete reinarbeiten, aber es ist auch toll, so viele unterschiedliche Bereiche kennen zu lernen“, sagt Constanze. Miriam war bisher unter anderem im Sozialamt, Bürgeramt und Personalamt. „Jetzt gerade bin ich im Amt für Bildung. Am besten hat mir bisher die Arbeit im Personalamt gefallen. Ich war dabei auch in die Auswahlprozesse der Bewerber für die Ausbildungsplätze eingebunden. Das von der ‚anderen‘ Seite mitzuerleben, war natürlich auch sehr spannend. Und es macht einfach Spaß, ob man nun intern mit Kollegen zu tun hat oder mit den Bürgern.“ Gerade Letzteres sei aber nicht immer ganz so einfach. „Auf der Bußgeldstelle zum Beispiel sind die Bürger auch schon mal nicht so freundlich, aber man lernt schnell, einen kühlen Kopf zu bewahren.“ Die wichtigste Arbeitsgrundlage ist, egal in welchem Bereich Miriam und Constanze gerade arbeiten, das Gesetz. „Wir haben ein großes Buch, in dem die verschiedenen Gesetze enthalten sind, wie das Grundrecht, die Verfassung, aber beispielsweise auch das Handelsrecht und das Baugesetzbuch. Wir müssen zum Glück nicht alle Gesetzestexte auswendig können, aber wir müssen wissen, wo sie stehen und wir müssen immer auf dem Laufenden bleiben, was die Gesetzesänderungen angeht.“

Die Theorieausbildung der beiden erfolgt zum einen in der Verwaltungsschule in Weimar – auf dem Stundenplan dort stehen zum Beispiel Personalwesen, Datenverarbeitung und Betriebswirtschaft – und zum anderen im dienstbegleitenden Unterricht in der Veraltungsfachschule, ebenfalls in Weimar. Dort unterrichten keine Lehrer, sondern Dozenten aus der Berufspraxis unter anderem Kommunalrecht, Ordnungsrecht und Verwaltungsrecht. „Man hat schon ganz schön viel zu lernen, darf die Theorie nicht schleifen lassen und sollte sich für Gesetze interessieren“, sagt Constanze. Und Miriam weiß, „dass es nicht ohne ständige Weiterbildung geht, da sich die Gesetze oft ändern.“

Apropos weiterbilden: Verwaltungsfachangestellte haben verschiedene Möglichkeiten, auf der Karriereleiter nach oben zu klettern, zum Beispiel durch die Qualifikation zum Verwaltungsfachwirt oder Verwaltungsbetriebswirt. Beides käme für Miriam und Constanze infrage. „Erstmal wollen wir aber unsere Ausbildung beenden und Berufserfahrung sammeln.“ (mü)