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02.09.13

Verkehrsinformatik (FH Erfurt)

Die grüne Welle

Wer im Berufsverkehr durch die Innenstadt muss, hat entweder das Gefühl, wirklich an jeder Ampel warten zu müssen, oder, dank grüner Welle, freie Fahrt. Und das ist mehr als reine Glücksache. Denn um einen kontinuierlichen Verkehrfluss zu gewährleisten, können Ampelanlagen eines Straßenzuges so geschaltet werden, dass man bei gleichbleibender Geschwindigkeit tatsächlich jede Ampel in der Grünphase trifft.



Foto: Rainer Sturm/pixelio

Verkehrsinformatiker sind die Experten für eine solche Verkehrssteuerung. Außerdem sind sie zum Beispiel auch für Schilderbrücken auf Autobahnen, Parkplatzinformationssysteme, verkehrsabhängige Routenführung in Navigationsgeräten verantwortlich – denn all diesen Systemen liegt nicht nur eine ausgeklügelte Informatik zu Grunde, sondern das nötige Fachwissen in Sachen Verkehr. Die Fachhochschule Erfurt bietet genau diese Kombination im Bachelor-Studiengang Verkehrsinformatik – seit 2011/12 als erster bundesweit. Sie bildet so Informatiker mit einem konkreten Bezug zum Anwendungsgebiet Verkehrs- und Transportwesen aus und verbindet dabei zwei etablierte Fachrichtungen miteinander.


Für deine Studieninhalte bedeutet das: Du beginnst mit der Einführung in die Theorie der Informatik und ersten praktischen Programmierübungen, während du gleichzeitig die Grundlagen des Verkehrswesens vermittelt bekommst. Dazu besuchst du unter anderem Pflichtseminare aus den Bereichen Mathematik, Elektrotechnik, Digitaltechnik, Rechnerarchitektur und Verkehrsgrundlagen. In den folgenden Fachsemestern, insgesamt gibt es sechs, folgen dann noch zum Beispiel Geo-Informationssysteme, digitale Signalverarbeitung, intelligente Infrastruktur sowie Verkehrsmodelle, Straßenfahrzeugtechnik und Kfz-Mechatronik. Ab dem dritten Semester belegst du dann zusätzlich Wahlveranstaltungen, wie etwa Verkehrspolitik, Kraftfahrzeug und Umwelt oder Javaprogrammierung. Du siehst, der Inhalt hält, was der Titel verspricht und du solltest unbedingt Interesse für Natur- und Technikwissenschaften beziehungsweise für die Informationstechnik mitbringen. Gute Noten in Mathe und Physik sind dafür eine gute Grundlage. Ebenso wichtig ist Spaß an der Arbeit mit dem Computer – denn Datenbanken, Betriebssysteme, Rechnernetze bis hin zu Methoden der Software-Entwicklung und Programmierung werden einen Großteil deiner späteren Arbeit ausmachen.


Während des Studiums werden zwar alle Verkehrsträger näher betrachtet – der Schwerpunkt liegt aber auf dem Bereich Straße und Intelligente Transportsysteme. Damit kannst du als Absolvent direkt nach deinem Abschluss als Informatiker in den Bereichen Verkehrstechnik, -planung, -steuerung und -betrieb tätig werden. „Die Berufsaussichten sind hervorragend, da händeringend Fachkräfte gesucht werden und den Entwicklern und Fachexperten der Branche zumeist vertiefte Kenntnisse in Informatik fehlen“, erklärt Prof. Dr.Ing. Elmar Pfannerstill, Telematikexperte und Mitinitiator des Studienganges.


Als so eine Fachkraft wirst du nach deinem Abschluss dann zum Beispiel bei öffentlichen und privaten Infrastrukturbetreibern an Errichtung und Betrieb von Verkehrsdatenerfassungs- und Übertragungssystemen, Verkehrsrechner, Verkehrsleit- und Verkehrsmanagementzentralen arbeiten. Oder in Ingenieurbüros, die Beratung, Planung, Ausschreibungen, Entwicklung und Umsetzung von Software-Lösungen bei intelligenten Transportsystemen und im Mobilitätsmanagement übernehmen. Darüber hinaus gibt es auch in der Automobilindustrie Arbeit für dich, wenn es um Entwicklung und Einsatz von IT-Lösungen im Bereich des Systems „Intelligentes Fahrzeug – Intelligente Straße“, Vernetzung von Verkehrssystemen geht und auch in Zulieferindustrie und bei IT-Systemhäusern bist du gefragt. (mü)