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20.04.18

Humangeografie (FSU Jena)

Geografie kann in zwei Bereiche geteilt werden. Da ist zum einen die physische Geografie, also der naturwissenschaftliche Teil, der deshalb auch Naturgeografie genannt wird und sich mit geologischen, klimatischen, hydrogeographischen Verhältnissen, Böden und Vegetation beschäftigt. Zum anderen gibt es die Humangeografie, die auch Anthropogeografie genannt wird. Hier geht’s um das Verhältnis von Mensch und Raum. Studiert werden kann Humangeografie zum Beispiel an der FSU Jena.


Studium, Thüringen, Geografie, Humangeografie, Jena

Foto: ©Brian Jackson ­ stock.adobe.com

Humangeografie ist die Wissenschaft der räumlichen Organisation menschlichen Handelns und der Effekte, die daraus entstehen - oder etwas weniger wissenschaftlich ausgedrückt: Die Humangeografen befassen mit der Verbreitung des Menschen auf der Erde. Wie und wohin sich der Mensch verbreitet hat, noch verbreitet und in Zukunft weiterverbreiten wird, hat bestimmte Ursachen, und zwar kulturelle, historische und ökologische. Humangeografen erforschen und analysieren diese Ursachen.

Hat sich der Mensch erstmal irgendwohin verbreitet, verschwindet er in der Regel nicht einfach wieder. Er bleibt oder hinterlässt zumindest Spuren - nimmt also Einfluss auf die Umwelt, zum Beispiel durch Siedlungsbau oder landwirtschaftliche Bewirtschaftung. Auch das finden die Geografen so spannend, dass sie daraus ein ganzes Forschungsgebiet gemacht haben. Und weil die Umwelt ihrerseits auch wieder Einfluss auf das Handeln des Menschen hat, gibt auch hier jede Menge Zusammenhänge zu erkennen und wissenschaftlich zu verarbeiten. Zudem ist die gesamte wechselseitige Beziehung Mensch­-Raum etwas, dass sich immer wieder verändert - womit auch der Entwicklungsforschung so schnell nicht langweilig werden wird.

Und schließlich kann das ganze lokal, regional, national und global dargestellt und untersucht werden. Die Humangeografie ist also ein sehr breites Feld. An der FSU Jena gibt es sie als eigenständiges Ergänzungsfach im Bachelorstudium. (Kombiniert werden kann sie hier mit jedem anderen Kernfach, das an der FSU angeboten wird). Im Mittelpunkt stehen die Fragen nach der räumlichen Organisation von Gesellschaft und Wirtschaft sowie Frage nach der Rolle des Raums für das gesellschaftliche Zusammenleben und für wirtschaftliche Aktivitäten. Eingeschlossen sind dabei die Themen Stadtentwicklung, Globalisierung und wirtschaftliche Regionalentwicklung sowie kulturwissenschaftliche Aspekte.

Wer sich für diese Studienrichtung entscheidet, sollte neben einem ausgeprägten Interesse für Geografie auch ebensolches für Wirtschafts­- und Sozialwissenschaft mitbringen und Spaß am Erkennen und Analysieren von Zusammenhängen haben. Eine ordentliche Portion Neugier ist vorteilhaft, wenn es darum geht, selbstständig Studienthemen zu finden und zu bearbeiten. Außerdem sollte man sich, trotz der Berge an Fachliteratur darauf einstellen, auch regelmäßig einen Fuß vor die Hörsaaltür setzen zu müssen um Geografie live zu erleben. Humangeografen finden Perspektiven z.B. in der Stadt­ und Regionalplanung, in Kommunal­ und Landesbehörden sowie in Ingenieurbüros. (mü)