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24.04.17

Produktdesign (BU Weimar)

Warum es aussieht, wie es aussieht! Warum ist die Banane krumm? Nun, würde sie nicht im Urwald ganz natürlich so krumm vor sich hinwachsen, sondern in einer Fabrik vom Menschen hergestellt werden, dann könnten wir den zuständigen Produktdesigner fragen. Der kümmert sich nämlich um eben das Design von Produkten, und zwar in Abhängigkeit der Funktion: So hat dank ihm das neue Smartphone jetzt eine abgerundete Kante oder der neue Bürostuhl eine ergonomisch geformte Rückenlehne. Ach ja, was die Banane angeht: Es heißt, sie wächst krumm, weil sie seitlich aus der Staude heraus in Richtung Licht strebt.


Studium, Thüringen, Bauhaus, Weimar, Produktdesign

Bild: Delux/fotolia

Ob Kleidung, Gebrauchsgüter, Fahrzeuge oder Arbeitsgeräte – bevor etwas im Verkauf und dann schließlich in deinen Händen landet, hat es nicht nur bei Produktentwicklern für rauchende Köpfe gesorgt – denn erst die Produktdesigner sorgen dafür, dass es überhaupt in Form und Farbe gebracht wird. Das Produktdesign ist dabei eine Art Synthese von Ästhetik, Funktionalität, Konstruktion, Technologie, Ökonomie und Ökologie – und das für eine unendlich große Produktpalette. Ein ganz schön großes Arbeitsfeld, das sich da vor dem Produktdesigner aufmacht, und das damit eine fundierte Ausbildung verlangt. Wie zum Beispiel ein Studium an der Bauhausuniversität in Weimar. Die dortige Fakultät für Gestaltung bietet dir den 8­semestrigen Bachelorstudiengang „Produktdesign“ als Sprungbrett in die Designwelt.

Das Besondere an diesem Studium ist, dass die Professoren in diesem Studiengang keine traditionellen Fachgebiete vertreten, sondern einzelne Projekte betreuen. Das heißt, es wird in einer Art „learning by doing“ studiert. Die Projekte behandeln industrienahes oder handwerkliches Produkt-­Design, Interaction Design, Design und Management, Mobilität, Produkt und Umwelt, szenisches Gestalten oder Ausstellungsdesign und orientieren sich am realen Entstehungsprozess eines Produktes. Die Studenten sollen über die Projekte lernen, die verschiedenen Arbeitsbereiche miteinander zu verknüpfen, wie Recherche, konzeptionelle Überlegungen, freie sensuelle Erforschungen, Skizzen, Experimente, Materialuntersuchungen, digitale Entwurfswerkzeuge bis hin zu Präsentationsdarstellungen und die Entwicklung von Modellen und Mustern. Statt festen Vorgaben gilt die Devise: suchen, denken, experimentieren, diskutieren und zusammenarbeiten. Ganz ohne Theorie geht es natürlich trotzdem nicht. Denn neben Ästhetik, Verständlichkeit, Sinnfälligkeit oder Attraktivität eines Produktes – für die zwar keine starren Standards, aber dennoch einige Prinzipien und Methoden gelten – gibt es noch eine Reihe weiterer Kriterien, die für die Entwicklung eines Produktes aber eine wichtige Rolle spielen, wie Technik und Materialbezogenheit. Ein Handy aus Glas zum Beispiel sähe vielleicht toll aus, aber ob es besonders praktisch wäre? Und was nützt die tollste Idee, wenn sie technologisch nicht umsetzbar ist? Technisches Verständnis ist daher ebenso wichtig wie Kreativität.

Hast du den Bachelor-­Abschluss in der Tasche, kannst du sofort in die Arbeitswelt starten: Ganz oben auf der Liste deiner Arbeitgeber stehen Designbüros und ­-abteilungen großer Unternehmen. Darüber hinaus hast du aber auch in den Bereichen Marketing, Werbung und Redaktion gute Chancen. Gut zu wissen: Als zusätzliche Bewerbungsunterlagen sind an der Uni Weimar ein Motivationsschreiben und eine Mappe mit eigenen, originalen gestalterischen Arbeiten einzureichen. Dafür also ein bisschen Zeit einplanen. (mü)