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< BWL Studienrichtung Tourismuswirtschaft (BA Eisenach)
14.10.13

Mechatroniker für Kältetechnik - It´s kühl man

Was haben das Warenlager des Tiefkühlgemüsehändlers, das Käseregal im Supermarkt, die Eismaschine beim Lieblingsitaliener und die Pathologie einer Gerichtsmedizin gemeinsam? Dort würde es ohne die Mechatroniker für Kältetechnik ziemlich heiß hergehen. Denn Industrie, Handel oder Gastronomie sind auf eine ausgefeilte Kühlung angewiesen. Kann diese nicht gewährleistet werden, ist ein schmelzendes Speiseeis noch eines der kleineren Probleme.


Foto: Manuela Müller/WiYou.de

Apropos Eis, während man in der Antike noch mit großen Eisblöcken in extra angelegten Eiskellern kühlte – wofür man dann nichts weiter als Handschuhe und einen zuverlässigen „Lieferanten“ brauchte, ist der Arbeitsbereich rund um Kälte- und Klimatechnik heute eine moderne Branche, die auf gut ausgebildetes und vor allem qualifiziertes Personal angewiesen ist – und genau das sind die Mechatroniker für Kältetechnik. Ein Berufsbild, das sich aufgrund des stetigen technischen Fortschritts und den damit verbundenen gewachsenen Ansprüchen zu einem richtigen Geheimtipp gemausert hat. Spannend, umfangreich und herausfordernd – die Facetten dieses Berufes sind vielfältig. So deckt er zum Beispiel auch wichtige Bereiche der Elektrotechnik ab.


Ein Mechatroniker für Kältetechnik montiert Anlagen und Komponenten der Kälte- und Klimatechnik einschließlich der elektrotechnischen und elektronischen Bauteile, baut sie auf und nimmt sie in Betrieb. Außerdem muss er die dazugehörigen Mess, Steuerungs- und Regelungseinrichtungen programmieren und Dämm-, Korrosionsschutz- und Brandschutzmaßnahmen durchführen. Ebenso ist er gefragt, wenn Störungen auftreten, eine Anlage umgebaut, repariert oder optimiert und deshalb angehalten, demontiert und gegebenenfalls entsorgt werden muss. Vor allem Letzteres ist fachgerecht und unter Einhaltung umweltschutzrechtlicher Vorgaben zu erledigen.


Ob Klimaanlage im Bürokomplex, mobile Kühleinheit für den Transport von Lebensmitteln oder Kühlaggregat von Industrieanlagen – die coolen Fachkräfte sind heiß begehrt. Zum Beispiel auch beim Dresdner Kühlanlagenbau (DKA), einem Komplettanbieter von kälte- und klimatechnischen Ausrüstungen. Mit über 600 Mitarbeitern ist das sächsische Unternehmen als ein Teil der Dussmann Group deutschlandweit tätig und bildet für den Eigenbedarf zusätzlich jedes Jahr rund 20 neue Mechatroniker für Kältetechnik aus, und zwar nach neuesten Standards.


Dafür arbeitet man, wie auch andere Unternehmen der Branche, eng mit der Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik in Niedersachswerfen zusammen. Hier verbringen die Auszubildenden den Großteil ihres ersten Lehrjahres und bekommen zunächst die nötigen Grundlagen vermittelt. Dafür stehen neben klassischen Unterrichtsräumen auch zwei Kältewerkstätten, eine mechanische Werkstatt, sowie ein Kälte-,
Elektro- und Maschinenlabor zur Verfügung. So können die Auszubildenden all das, was ihnen etwa zur Elektrotechnik vermittelt wird, auch gleich praktisch anwenden und zum Beispiel anhand eines selbst aufzubauenden Schaltkreises ausprobieren, beziehungsweise sich mit den modernsten technischen Errungenschaften auseinandersetzen. Bei allem Fortschritt – viel Wert wird weiterhin auch auf die handwerklichen Grund fertigkeiten wie Sägen, Bohren, Fräsen und Löten gelegt – der Mechatroniker für Kältetechnik ist nämlich ein echter Handwerksberuf. Zwar müssen die einzelnen Bestandteile einer Anlage nicht selbst hergestellt, aber zum Beispiel mit Kupferrohren verbunden werden. Und das später nicht mehr unter Laborbedingungen. Denn die meisten Arbeitseinsätze führen direkt zum Kunden. Ein Mechatroniker für Kältetechnik ist immer unterwegs und Gold wert – nicht nur zur Eis-gegen-Hitze-Hochkonjunktur im Sommer. (mü)