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08.02.16

Luft- und Raumfahrttechnik (Überblick)

Über Flieger

Auf den ersten Blick haben ein Flugzeug und ein Hubschrauber ja nicht besonders viel gemeinsam – bis auf die Tatsache, dass man sie sehr häufig nur von unten sieht. Denn beide können eins ganz besonders gut: das Fliegen nämlich. Warum sie beide das können, obwohl sie doch augenscheinlich so verschieden sind, das wissen zum Beispiel die Studenten der Luft­ und Raumfahrttechnik, die sich mit allem auskennen, was nicht von Natur aus zum Überflieger wird.



Studium, Luft- und Raumfahrttechnik, Stuttgart, Wildau

Foto: jules/fotolia

Die Luft- und Raumfahrttechnik beschäftigt sich mit der Entwicklung und dem Betrieb von Flugzeugen und Hubschraubern, Raumfahrzeugen und Satelliten und sorgt dafür, dass auch tonnenschwere Metallkonstruktionen scheinbar mühelos die Erdanziehungskraft überwinden. Und nicht nur das, Luft-­ und Raumfahrtechniker arbeiten auch beständig daran, die Flugeigenschaften der Fluggeräte weiter zu verbessern, die Aerodynamik besser zu nutzen und alternative Antriebsmöglichkeiten umzusetzen. Nicht nur auf beziehungsweise in der Nähe des Erdbodens, sondern auch in den unendlichen Weiten des Weltalls, wo noch einmal völlig andere Bedingungen herrschen.

Was zur Ausbildung dieser Spezialisten dazugehört? Kurz gesagt: ganz schön viel. Und das bei auch nur sechs Semestern Regelstudienzeit, wie zum Beispiel an der Universität Stuttgart, die die einzige staatliche Hochschule in Deutschland mit einer eigenen Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik ist und ein mindestens achtwöchiges Vorpraktikum verlangt, oder auch an der Technischen Hochschule in Wildau, wo der Bereich Luftfahrtlogistik integriert ist. Egal, wo du was über Flieger und Co. studieren möchtest, um Naturwissenschaften und Technik kommst du nicht herum. Los geht es in der Regel mit Grundlagen und Einführung in Maschinenbau, Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Geometrie und Mechanik im Grundstudium. Darauf wird dann im Hauptstudium aufgebaut, wo es um Strömungslehre, Flugmechanik, Flugzeugelektronik und Triebwerksbau ebenso wie um Werkstoffbau und Thermodynamik geht. Um das alles auch mal zum Anfassen zu erleben und praktische Erfahrungen zu sammeln, wirst du nicht nur im Hörsaal sitzen, sondern auch mal in Flugzeugsimulatoren oder deine Nase in den Windkanal halten. Außerdem ist zusätzlich zum Vorpraktikum, in Stuttgart beispielsweise ein zwölfwöchiges Fachpraktikum, abzuleisten, in der Regel nach dem 5. Fachsemester.

Was dir ein Studium der Luft-­ und Raumfahrtechnik bringt? In erster Linie hoffentlich Spaß, weil du dich sehr für alles, was mit Luftfahrzeugen zu tun hat, interessierst, und in zweiter Linie gute Aussichten auf einen Arbeitsplatz in der Luft- und Raumfahrtindustrie, bei Fluggesellschaften und auf Flughäfen, Wartungsbetrieben oder in der Zulieferindustrie hast. Wenn du deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern möchtest, solltest du ein Masterstudium dranhängen, denn damit kannst du auch in Forschung und Entwicklung zum Überflieger werden. Nicht unterschätzen bitte! Das Studium der Luft-­ und Raumfahrttechnik hat es wirklich in sich. Es gehört in Deutschland zu denen mit der höchsten Durchfallquote – rund die Hälfte der Studierenden schafft es nicht, dem hohen Anspruch der naturwissenschaftlichen Fächer gerecht zu werden. (mü)