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< Industriemechaniker - Multitalent am Werk
31.08.15

Gießereimechaniker - Heißes Eisen

Windräder, Züge, Radachsen, Motoren, nur einige Beispiele, die metallene Bestandteile brauchen, um zu funktionieren. Mit der Ausbildung zum Gießereimechaniker stellst du wertvolle Teile her, die in der Industrie ihre Verwendung finden. Der 26­jährige Toni Gent lernt diesen Beruf im zweiten Lehrjahr bei der Firma Silbitz Group GmbH und kann sich keinen besseren Job vorstellen.


Ausbildung, Thüringen, Gießereimechaniker, Silbitz Guss

Bild: Juliane Großmann/WiYou.de

Vorbereitung des Gusses und der Legierung der metallischen Werkstoffe, Herstellen von Gussformen und Produktion von Gussteilen sind die Hauptaufgaben des Gießereimechanikers. „Dazu kommt auch das Überwachen der automatisierten Anlagen beim Gießen.“ Toni fertigt anhand der Modelle Gussformen und Kerne, die in die Form eingelegt werden, um beim späteren Gussstück Hohlräume zu erzeugen. „Das Modell wird eingeformt und verdichtet. Anschließend wird das Modell aus dem Formstoff gezogen und, nachdem die Kerne eingelegt sind, zusammengesetzt.“ Ist die Form gegossen und abgekühlt, wird das Gussstück nach dem Ausleeren weiterbearbeitet.

Gießereimechaniker überwachen während ihrer Arbeit den gesamten Produktionsablauf in der gießereitechnischen Fertigung. Im Betrieb durchläuft
Toni verschiedene Bereiche; die Handformerei, die mechanisierte Handformerei und die maschinelle Formanlage. In jedem Bereich wird Toni eingesetzt und lernt so jeden Schritt im Betrieb kennen.

In der zweiten Hälfte der Ausbildung erfolgt eine Vertiefung in den Schwerpunkten Druck­ und Kokillenguss, Feinguss, Handformguss, Kernherstellung, Maschinenformguss oder dem Schmelzbetrieb. Insgesamt 13 Wochen im Jahr besucht Toni die Berufsschule in Gera. Dort lernt er in verschiedenen Lernfeldern das Herstellen von Bauteilen, das Handhaben von Formstoffen für Formen und Kerne, das Entformen und Nachbehandeln von Gussstücken und die Anwendung von Steuerungs­ und Regelungstechnik. „Die Grundlagen der Werkstofftechnik oder der Elektrotechnik sind ebenso Teil der Ausbildung in der Berufsschule. Weiterhin lernen die Auszubildenden das Schmelzschweißen, das thermische Trennen, die Grundlagen des Formens und die gießereitechnischen Herstellungsverfahren.

Handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Teamfähigkeit, Sorgfalt und selbstständiges Arbeiten sind Grundvoraussetzungen für den Beruf. „Natürlich wird ein großer Wert auf die Fächer Physik, Chemie und Mathe gelegt.“ In überbetrieblichen Lehrgängen hat Toni das Umformen, die manuelle und maschinelle Bearbeitung und das Fügen und Schweißen gelernt. „Für die Ausbildung werden einige Lehrgänge angeboten, die mir die Kenntnisse vermitteln, die im Betrieb nicht abgedeckt werden können.“  Während der Prüfungsvorbereitung hat er dazu noch Pneumatik­ und die Hydrauliklehrgänge.

Im Drei­Schicht­System arbeitet Toni immer mit einem Ausbilder vor Ort. „Das besondere an Silbitz Guss ist, dass wirklich immer ein Ausbilder da ist, den man zu Rate ziehen kann.“ Ein weiteres Plus ist die Übernahmegarantie. „Die Ausbildung macht mir wirklich Spaß, da ich hier extrem viel lerne und die Arbeit alles andere als eintönig ist. Kein Tag gleicht dem anderen und ich sehe, was ich herstelle. Zum Beispiel einmal einen 20 Tonnen schweren Motorblock.“ Dabei ist der Beruf des Gießereimechanikers auch besonders wichtig. Ohne ihn gäbe es keine Maschinen und somit keine Produktion. Aber du musst auch den Willen zu harter Arbeit mitbringen. Staub, Lärm und körper­ liche Anstrengung und Betätigung sind Teil des Berufes. (jg)