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13.12.16

Geotechnik (HS Nordhausen)

Nur noch kurz die Welt retten

Wer bei „Geo“ erstmal an Stadt Land Fluss denkt, liegt zwar nicht wirklich falsch, aber auch nicht wirklich richtig – zumindest wenn es um Geotechnik geht. Die hat nämlich weniger mit der Geographie, die man aus der Schule kennt, zu tun, sondern ist eine Bauingenieursdisziplin. Womit sie dann doch auch wieder bei der Stadt ist, denn die besteht ja aus Gebäuden, welche wiederum auf einem Baugrund stehen. Und Geotechniker beschäftigen sich zum Beispiel mit den Eigenschaften dieser Baugründe und mit den Anforderungen an Gebäude; aber auch mit Geosystemen, Naturräumen, Ressourcen und Klima.



Studium, Thüringen, Nordhausen, Hochschule, Geotechnik

Foto: tonefotografia/fotolia

Geotechnik ist noch ein relativ junges Fachgebiet, in Deutschland gibt es bisher drei Hochschulen, die ein Studium in dieser Fachrichtung anbieten: die Technische Hochschule (TH) Bochum, die TH Köln und die Hochschule Nordhausen. In Nordhausen gehört die Geotechnik zum Fachbereich Ingenieurissenschaften und wird als Bachelorstudiengang mit einer Regelstudienzeit von sieben Semestern und dem Abschluss als Bachelor of Engineering angeboten.

Im Mittelpunkt des Studiums stehen hier die Geosysteme und deren Wechselwirkung mit dem Lebensraum der Menschen. Neben den ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen geht es im Studium Geotechnik vor allem um die Geosphäre und Geosysteme, Geo­Ressourcen und deren nachhaltige Nutzung, infrastrukturellen Erneuerung sowie Energie­ und Klimawende. Ziel des Studiums ist es, Fragen wie „Wie ist die Geosphäre mit all ihren Ressourcen entstanden?“, „Wie werden die verschiedenen Geosysteme erkundet, charakterisiert und nachhaltig bewirtschaftet?“, „Wie werden Ressourcen gewonnen, aufbereitet und bereitgestellt?“, „Wie plant man Bauwerke in Geosystemen?“, „Wann ist ein Bauwerk standsicher?“ oder „Welchen Beitrag leistet die Geotechnik zur Energie­ und Klimawende?“ zu beantworten.

Das Studium in Nordhausen ist dabei in zwei Studienabschnitte gegliedert. Im ersten, dem Ingenieurwissenschaftlichen Grundstudium geht es um die naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen. Mathematik und Physik gehören da genauso dazu wie Elektrotechnik, Informatik, Mechanik und Messtechnik. Außerdem gibt eine Einführung in die Geotechnik.

Ab dem dritten Semester wird es dann spezifischer – und noch anspruchsvoller: Geologie, Chemie, Mikrobiologie, Thermodynamik, Bodenmechanik, angewandte Ingenieurbiologie und Umweltinformationssysteme sind nur eine kleine Auswahl der Themen, die in Vorlesungen und Übungen warten. Außerdem stehen jede Menge Praktika und Exkursionen auf dem Plan – vor der thüringischen Haustür genauso wie international – übertage und untertage.

Wozu das Ganze? Um auf dem Arbeitsmarkt eine große Auswahl an Einsatzmöglichkeiten zu haben. Von Ingenieurbüros, Unternehmen der Ressourcenwirtschaft, Baufirmen, öffentlichen Einrichtungen, Forschungseinrichtungen, Bergämtern, Wasser­ und Naturschutzbehörden, Umweltverbänden bis hin zu Banken und Versicherungen – Fachkenntnisse der Geotechnik sind gefragt. Und natürlich kann auch dieses Studium mit einem Masterstudiengang weitergeführt werden. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Masterstudiengang Energetisch­Ökologischer Stadtumbau? (mü)