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09.11.15

Freie Kunst (Uni Weimar)

Kein Kritzelkurs

  Schon Peter Rudl, ein deutscher Aphoristiker, meinte: „ Die Kunst ist der natürliche Feind der Normalität.“ Was nicht heißen soll, dass Künstler verrückt sind. Es meint viel mehr, dass Kunst eine höhere Darstellungsform ist. Gefühle, Politik, Meinungen und vieles mehr lassen sich mit Hilfe unendlich vieler. Arbeitsweisen aufzeigen. Warum also nicht die Passion zum Beruf machen? „Künstler“ zu sein, ist vermutlich der Inbegriff eines kreativen Berufs und damit der Gegenentwurf zum typischen Bürojob. Der Weg dorthin kann beispielsweise über das Studium Freie Kunst an der Bauhaus Universität Weimar führen.


Studium, Thüringen, Freie Kunst, Weimar

Foto: vizafoto/fotolia

In einem neunsemestrigen Studiengang erlernen die Teilnehmer umfassende künstlerische Kenntnisse. Die Studienzeit wird mit einem Diplom abgeschlossen. Als Zugangsvoraussetzung für den Studiengang Freie Kunst gelten in der Regel die allgemeine Hochschulreife und eine bestandene Eignungsprüfung. Letztere gliedert sich in die fristgerechte Abgabe der geforderten Unterlagen, Bestehen der Vorauswahl, Bestehen der praktischen Prüfung und gegebenenfalls Absolvieren einer mündlichen Prüfung. Wichtig bei der Abgabe der Bewerbungsunterlagen ist neben einem kurzen Bewerbungsschreiben (aus dem hervorgeht, was und warum man studieren möchte), Lebenslauf und der Einreichung der geforderten Schulabschlüsse auch die Abgabe einer Mappe. In dieser sollen etwa 20 eigene Werke enthalten sein. So kann die Kommission der Bauhaus Universität Weimar entscheiden, wer einen Studienplatz erhält. Rumkritzler und Ichprobierdaseinfach-Maler haben dabei schlechte Karten, schnell mal was Gemaltes wird hier nicht überzeugen. Man sollte sich schon vor Beginn des Studiums ernsthaft mit der Kunst beschäftigt haben und sicher sein, dass man in ihr nicht nur ein Freizeitvergnügen sieht. Denn auch, wenn es „Freie Kunst“ heißt, bedeutet das nicht, dass nicht ernsthaft studiert wird.

Der Modulplan des Studiums ist in viele Projekte, Atelierprojekte, Einzelkonsultationen, freie Studienprojekte, Fachkurse, Workshops und Exkursionen gegliedert. Gerade im ersten Studiensemester werden thematische Workshops angeboten, um sich einen exemplarischen Überblick zu den Inhalten und Arbeitsweisen der Lehre in der Freien Kunst verschaffen zu können. In den Werkstätten der Universitäten können während der Studienzeit umfassende künstlerisch-technische Kenntnisse erlangt werden. Einige Lehrformen sind: experimentelle Malerei und Zeichnung, Fotografie, Installation, Konzeptkunst, Recycling und viele mehr.

Neben umfangreichen Lehrveranstaltungen ist man in diesem Studiengang sehr bemüht, Gastvorträge zu gewährleisten. Weiterhin soll eine permanente Verzahnung mit den anderen Studiengängen sowie die Pflege internationaler Kontakte zu Partnerhochschulen ermöglicht werden. Insgesamt sind ein bis zwei Auslandsaufenthalte während des Studiums angedacht. Eine weitere Besonderheit des Studiengangs Freie Kunst ist die Professionalisierung und künstlerische Positionierung. Das heißt, der Student wird vor allem als Individuum geprägt und soll sich als solches auch seiner Umwelt präsentieren. Nicht nur in der Kunstwelt, sondern auch in allen anderen Netzwerken. Dazu beitragen sollen Begegnungen mit nationalen und internationalen Künstlern, Galeristen in Vorträgen und Gastvorlesungen. (jk)