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12.12.16

Forensik (HS Mittweida)

Virtuelle Spurensuche

Doro studiert „Allgemeine und digitale Forensik“ in Mittweida. Das ist die einzige Hochschule in Deutschland, an der man dieses Fach studieren kann. Forensik ist eine Querschnittswissenschaft aus den Naturwissenschaften wie Biologie und Informatik und den Geisteswissenschaften wie Jura, Kriminologie und Psychologie. In Mittweida wird vor allem Wert auf dem informatisch­naturwissenschaftlichen Bereich gelegt. Digitalisierung heißt das Zauberwort, was Doro immer wieder zu hören bekommt.



Studium, Forensik, Hochschule Mittweida

Bild: Foto: jijomathai/fotolia

Zugangsvoraussetzungen, abgesehen vom Abitur, gibt es für diesen Studiengang nicht. So kann jeder mit der allgemeinen Hochschulreife oder einem Fachabitur dieses Fach studieren. Zu Beginn gehören zu den Hauptfächern Dinge wie Höhere Mathematik, Programmierung, Umgang mit verschiedenen Betriebssystemen und Technisches Englisch. In den weiteren Semestern fächert sich das in verschiedene Bereiche auf, wie Datenbanken, Netzwerktechnologie, Systemadministration sowie Algorithmen und Datenstrukturen. Ein weiterer großer Teilbereich ist die allgemeine Forensik. Hier werden Themen behandelt wie die Blutspurmusteranalyse, Anthropologie (Untersuchungen an Skeletten), Entomologie (Insektenkunde) und die Gesichtsweichteilrekonstruktion. Doch es wird immer wieder betont, dass hier nicht das Hauptaugenmerk des Studiums liegt.

Mögliche spätere Arbeitgeber können die Landeskriminalämter oder auch das Bundeskriminalamt sein. Doch dieses Feld ist sehr klein und aktuell für die besten Abschlussstudenten vorgesehen, zudem wird hier ein Sporttest verlangt. Das andere große Feld ist die freie Wirtschaft. Hier sind die Möglichkeiten sehr vielfältig. Es gibt viele Firmen, Banken, Versicherungsagenturen, Werbefirmen usw., die IT­Forensiker anstellen, um die Daten ihrer Kunden zu sichern, Fehler im System zu beheben, Hackerangriffe abzuwehren oder Programme zu entwickeln. Und nicht zuletzt kann man auch freiberuflich in dieser Branche arbeiten. Die Arbeitsmöglichkeiten sind vielseitig. Jedoch ist der Markt noch dabei, sich zu entwickeln. Man schätzt, dass dies vielleicht noch fünf Jahre dauern wird. Die Vorstellung, wie Amy aus der Fernsehserie Navy CIS irgendwo in einem Labor zu sitzen und mit Chemikalien und winzigen Spurenresten herumzuspielen, ist also zumindest in Deutschland etwas abseits der Realität. Es wird eher so sein, dass man selbst als IT­Forensiker an einen gesicherten Tatort kommt, alle vorhandenen Festplatten, PCs, Laptops, Handys und Smartphones, Tablets, USB-­Sticks einpackt und dann am Arbeitsplatz untersucht. Man überprüft die Internetverbindungen und verschlüsselten Daten. Man kämpft sich durch Bits und Bytes, um seine Ergebnisse dann später in eine Akte zu schreiben.

Doros Erfahrungen mit diesem Studiengang: „Man studiert ein spannendes Fach mit großer Zukunftsperspektive und vielen Spezialisierungsmöglichkeiten. Doch es birgt Fallstricke. Für angehende Studenten, die nur wenig Erfahrung mit Informatik haben, wird es gerade zu Beginn sehr mühsam, da sehr viel Wissen in extrem kurzer Zeit vermittelt wird. Ein weiteres großes Problem ist das Fach Mathematik. Im Jahrgang 2015 sind 60 Prozent der Studenten durch diese Prüfung durchgefallen, für viele war das ein Grund, das Studium abzubrechen. Insgesamt ist der Arbeitsaufwand für dieses Fach beträchtlich. Ein gutes Zeitmanagement ist unerlässlich.“ (dl)