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< Gebäude- und Energietechnik (FH Erfurt)
13.04.15

Bauingenieurwesen (Uni Weimar)

Bau-Haus-Studium

Damit ein Haus nicht beim ersten Betreten wieder in sich zusammenfällt, Fenster und Türen dort sind, wo sie hingehören und auch an Strom­ und Wasserversorgung gedacht wurde, steht vor jedem Hausbau eine fachkundige Planung, die die Bauingenieure übernehmen. Diese planen aber nicht nur Häuser, sondern Bauwerke aller Art und sind zum Beispiel auch für den Bau von Straßen und Plätzen verantwortlich. Damit sie wissen, was sie tun, bevor sie es tun, führt ihr Ausbildungsweg in der Regel über das Studium Bauingenieurswesen.



Studium Thüringen Bauingenieurwesen

Foto: by­studio/fotolia

Angeboten wird der Studiengang Bauingenieurwesen unter anderem an der Bauhaus Universität Weimar. (Übrigens: Auch wenn „Bauhaus“ hier gut passt, die Uni heißt nicht so, weil man hier das Häuserbauen lernt, sondern sie wurde nach der Kunstrichtung Bauhaus benannt.) Das Bauingenieurwesen ist eine der ältesten Berufssparten und zählt neben Maschinenbau und Elektrotechnik zu den drei klassischen Ingenieurwissenschaften. Im Mittelpunkt des Studiums steht – nicht nur hier in Weimar – das Zusammenspiel von Naturwissenschaften und Technik. Das heißt, ein Interesse an beiden Bereichen sollten angehende Bauingenieurwissenschaftler unbedingt mitbringen, um gut durch die sechs Semester des Bachelorstudiums zu kommen. Wichtig ist zudem ein gutes Grundverständnis für Mathematik, Physik und Naturwissenschaften. Neben der allgemeinen Hochschulreife befähigen auch eine erfolgreich abgeschlossene Meisterprüfung oder der erfolgreiche Abschluss eines Bildungsgangs zum staatlich geprüften Techniker oder zum staatlich geprüften Betriebswirt zur Aufnahme des Studiums.

Los geht es dann mit den Grundlagenkenntnissen in Mathematik, Baukonstruktion und Erdmessung (Geodäsie), ebenso wie Bauphysik, Bauchemie, Bauinformatik und Baustoffkunde auf dem Studienplan stehen. Das klingt dir jetzt schon nach viel zu viel? Das wars aber noch gar nicht: Auch Mechanik und Statik, Stahlbau, Holz­ und Mauerwerksbau, Stahlbetonbau, Geotechnik, Baubetrieb, Bauwirtschaft und Recht kommen noch hinzu. Und das nur in den ersten vier Semestern. Dabei geht es nicht darum, dich mit Theorie zu überschütten und zum sturen Auswendiglernen zu drängen. Im Gegenteil. Du sollst dir nicht nur theoretische Kenntnisse aneignen, sondern auch die Fähigkeit, selbstständig wie ein Ingenieur zu denken. Du sollst lernen, selbst Ursachen zu erkennen, Lösungen zu finden und langfristige Auswirkungen im Blick zu haben, und zwar nicht nur, was die Stabilität eines Bauwerks angeht. Denn zu den Aufgabengebieten der Bauingenieure gehören auch Bereiche wie Klimaschutz, Energieverteilung Wasser, Abwasser und Gewässerschutz. Schon zu Studienbeginn musst du dich in Weimar für eine der drei Vertiefungsrichtungen Konstruktiver Ingenieurbau, Umweltingenieurwissenschaften oder Baustoffingenieurwissenschaft entscheiden. Wobei du auch während der ersten vier Semester noch wechseln kannst.

Als ausgebildeter Bauingenieur befasst du dich mit der Planung, Technik, Statik und Funktionalität von Bauwerken aller Art. Das heißt, du entwirfst, planst, konstruierst, begutachtest und überwachst genauso, wie du berätst, den Baubetrieb koordinierst und in der Bauaufsicht tätig bist. Mit erfolgreich abgeschlossenem Bachelor-Studium kannst du ein Masterstudium anschließen und dich so für leitende Positionen qualifizieren. (mü)