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01.11.14

Angewandte Kunststofftechnik (FH Schmalkalden)

Bei Fahrzeug- und Maschinenbau denkt man nicht unbedingt gleich an Kunststoff, und doch geht ohne diesen bei der Produktion von zum Beispiel Autos heute eben fast nichts mehr. Ob Lenkrad, Innenverkleidung oder auch Kühlerschläuche – mit Metall allein käme man da nicht weit. Kunststoff ist eben kleiner, leichter und flexibel zu verarbeiten – eine Menge Vorteile, die man allerdings auch kennen und anwenden können muss. Dafür gibt es dann extra Studiengänge, wie an der FH Schmalkalden zum Beispiel die Angewandte Kunststofftechnik.


Foto: s.media/pixelio

In sieben Semestern studierst du dich dort durch Welt und Wissen der Polymere – wie Kunststoffe auch genannt werden – und bekommst Inhalte in Verfahrenstechnik, Naturwissenschaften, Gestaltung und auch Betriebswirtschaftslehre vermittelt. Mathe, Physik, Chemie und Informatik werden dich ab der ersten Vorlesung begleiten – und zwar in breiter Masse, das heißt, sie dominieren den Stundenplan deutlich, denn zunächst sollen deine Grundkenntnisse auf Vordermann gebracht werden. Darauf aufbauend wird es dann immer fachspezifischer. So kommen nach und nach noch Fächer wie Konstruktionstechnik, Fertigungstechnik, Elektrotechnik, Werkstoffkunde und beispielsweise Thermodynamik dazu. Außerdem lernst du unter anderem auch den Umgang mit CAD-Maschinen und Lasern – je nach gewähltem Schwerpunkt im zweiten Studienabschnitt. Nicht schaden kann dir dabei übrigens ein gutes Englisch, denn oft sind Fach- und Forschungsliteratur nur auf Englisch zu haben. Ziel des Studium ist dann, nach Bestehen der Bachelorarbeit nicht nur der Titel Bachelor of Engineering, sondern auch, dich praxisorientiert und anwendungsbezogen auszubilden, so dass du nach deinem Abschluss in der Lage bist, aktuelle technische, technologische und ökonomisch organisatorische Aufgabenstellungen in den sich immer wieder verändernden Tätigkeitsfeldern der Kunststofftechnik und der verwandten Produktionsbereiche erfolgreich zu lösen. Überhaupt solltest du dich darauf einstellen, dass alles, was mit den Kunststoffen zu tun hat, noch lange nicht zu Ende erforscht ist. Ob du nun selbst etwas ganz Neues entdeckst oder sich schon während des Lernens der Wissensstand ändert – was einerseits große Chancen bietet, kann andererseits auch leicht mal überfordern, wenn man nicht bereit ist, sich immer weiter damit zu beschäftigen. Wichtig sind für den doch recht umfangreichen Lehrstoff dabei nicht nur Motivation und Fleiß, sondern auch Interesse undVerständnis für die Naturwissenschaften und für die Informatik. Wer in der Schule schon lieber Kunst, Deutsch oder Geschichte hatte, dem wird das Lernen hier sicher nicht so leicht fallen. Da helfen dann auch nicht die vielen Praxisübungen in den Labors der FH, die vorlesungsbegleitend immer wieder dafür sorgen, dass du die neu erlernte Theorie auch praktisch umsetzen kannst. Darüber hinaus wartet übrigens im fünften Semester noch das mehrwöchige Ingenieurspraktikum.
Und warum nun das Ganze? Eine Antwort darauf könnte der Blick auf die wirtschaftliche Ausprägung Thüringens geben. So gibt es hier im Freistaat sehr viele Firmen, die der kunststoffwarenherstellenden Industrie zuzuordnen sind. Du hast also bei der späteren Suche nach einem Arbeitsplatz die große Auswahl, auch – oder gerade wenn – du hier in Thüringen bleiben möchtest.
Ob du dann zum Beispiel bei einem Automobilzulieferer, in der Elektroindustrie oder im Baugewerbe landest – deine Zukunftsperspektiven sind dank der stetig fortschreitenden Entwicklung im Bereich der Kunststoffe nicht nur sehr gut, sondern auch sehr spannend. Denn wer weiß, vielleicht kommt das nächste Ultraleichtfahrzeug aus Thüringen oder ein neuer, besonders umweltfreundlicher Verbundstoff oder eine kratzsichere Oberfläche für Smartphones – das Potenzial ist noch lange nicht erschöpft. (mü)