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10.02.14

Angewandte Informatik (FH Erfurt)

Mal noch schnell im Social-Media-Kanal auf „Gefällt mir“ drücken, beim Onlinekaufhaus den virtuellen Warenkorb füllen und per Live-Chat mit dem Prof über die letzte Klausur sprechen – der Webprogrammierer macht es möglich. Also nicht der, sondern die, denn einer allein würde es wohl kaum schaffen – Allein von Deutschland aus machen sich nämlich über 15 Millionen Websites hinaus ins World Wide Web. Ganz schön viel zu tun für die Profis an der Tastatur, wie den 25-jährigen Daniel.


Foto: Manuela Müller/WiYou.de

Daniel studiert an der Fachhochschule Erfurt Angewandte Informatik. Warum? Weil er sich schon als Kind für Computer interessiert hat. „Ich habe aber nicht nur gespielt, sondern selbst schon kleine Programme entwickelt und eigene Seiten geschrieben. Es war immer klar, dass ich auch beruflich mal in die IT-Richtung gehen werde.“ Daniel entschied sich für den Weg über eine Hochschulausbildung. „Ich habe an einer Uni mit angewandter Informatik angefangen, dann aber an die Fachhochschule gewechselt.“ Im Nachhinein der richtige Schritt, weil an der FH die Praxis mehr im Vordergrund stehe. „Wir sind weniger Informatiker sondern eher Programmierer. Das heißt, der Schwerpunkt liegt nicht so sehr auf Mathe und den Hintergrundinformationen, sondern auf der Anwendung. Ich habe zwar auch Spaß an der Theorie, aber in erster Linie möchte ich eben programmieren.“ Man muss übrigens keine besonderen Vorkenntnisse für dieses Studium mitbringen. „Natürlich sollte man gern mit IT-Technik arbeiten, aber alles, was man zum Bestehen der Prüfungen braucht, lernt man in den Seminaren und Vorlesungen.“
Nach den ersten zwei Semestern musste sich Daniel dann zwischen Ingenieurinformatik, Medieninformatik und Wirtschaftsinformatik für einen Schwerpunkt entscheiden. „Viele Informatiker wollen später in die Spielentwicklung, da ist man mit Medieninformatik einfach schon näher dran, denn dort geht es auch in die ästhetische Richtung; um Filme, 3D-Programme und Animation. Näher dran am Berufsleben sind Daniel und seine Kommilitonen jetzt im fünften Semester im Praktikum, welches als Pflichtveranstaltung im Studienplan steht.
Daniel fand bei Kingnetz, einem Erfurter Unternehmen für Internetmarketing und Suchmaschinenoptimierung einen passenden Praxispartner. „Wir haben hier ein sehr breites Spektrum rund um die Webprogrammierung und auch als Praktikanten schon umfangreiche Aufgaben und Einblicke. Ich arbeite dabei direkt an der Umsetzung mit. Das heißt, wenn ein Kunde zum Beispiel ein neues Kommunikationstool haben möchte, übernehme ich die entsprechende Programmierung. Außerdem bauen wir hier auch eigene Seiten ganz neu auf. Bei einer war ich selbst von Anfang an mit dabei, das macht schon ein bisschen stolz und vor allem Spaß. Soviel immerhin, dass Daniel auch über sein Praktikum hinaus weiter bei Kingnetz am Rechner sitzt. „Ich wurde hier als Werkstudent übernommen, das ist natürlich eine tolle Möglichkeit, neben dem Studium weiter Erfahrungen zu sammeln.“ Und das sei sehr wichtig. Denn auch, wenn man an der FH praxisnah ausgebildet wird, gibt es einfach Dinge, die man nur im Unternehmen lernt, wie zum Beispiel bestimmte Programme oder den Umgang mit Kunden. Und man knüpft schon erste Kontakte zu möglichen Arbeitgebern, das ist auch sehr viel wert.“
An der FH stehen im fünften und sechsten Semester das Bachelorprojekt und die Bachelorarbeit an. Daniel hat beides miteinander verbunden. „Mein Thema ist die Visualisierung von Daten auf Webplattformen. Dabei geht es darum, große Datenmengen anschaulich darzustellen.“ Auch, wie es nach dem Abschluss weiter geht, weiß er schon. „Ich werde auf jeden Fall noch das zweijährige Masterstudium anschließen. Auch wenn man mit dem Bachelor schon die Möglichkeit hat, ins Berufsleben einzusteigen, ist man mit dem Master einfach noch besser qualifiziert.“ (mü)