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13.12.18

Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen - Heute hier- Morgen dort

Elektronikmarkt, Discounter oder Automobilhersteller – Was sie alle gemeinsam haben? Ohne ständigen Nachschub an Waren geht’s nicht. Und der muss irgendwie von A nach B kommen. Bei mehreren Millionen Tonnen Waren pro Tag in Deutschland ist da ganz schön was los auf den verschiedenen. .Verkehrswegen. Gut, dass es Menschen wie Alexander (17) gibt, die dabei den Überblick behalten. Als angehender Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen bei dem Speditionsunternehmen Axthelm + Zufall in Nohra sorgt er dafür, dass die Waren der Kunden abgeholt, umgeschlagen, gelagert und pünktlich ausgeliefert werden.


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Foto: Manuela Müller

Kaufmännische Inhalte, im Büro arbeiten – diese berufliche Richtung stand für Alexander früh fest. „Den Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen habe ich aber erst bei der Berufsberatung kennengelernt. Dass man in diesem Beruf auch noch mit LKW zu tun hat, fand ich sehr interessant. Das ergab ein gutes Gesamtpaket. Bei Axthelm Zufall werden nach Kundenaufträgen Waren aller Art hauptsächlich per Lkw, aber auch mit Bahn, Schiff oder Flugzeug transportiert, umgeschlagen und gelagert“, erklärt Alexander. Als Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen kommt er in verschie‐ denen Unternehmens bereichen zum Einsatz. Vom Verkauf und Kundendienst über die Disposition bis hin zur Buchhaltung.

Konkrete Aufgaben sind zum Beispiel Angebote erstellen, Konditionen verhandeln, Verträge aufsetzen, Aufträge ins System einstellen und intern an die jeweilige Abteilung weiterleiten, Verkehrsmittel und ‐wege planen und überwachen, die Fahrer abfertigen, mit Kunden, Partnerunternehmen und Fahrern kommunizieren ebenso wie die klassischen Tätigkeiten in der Buchhaltung wie Rechnungen schreiben. „Während der Ausbildung lernt man alle Abteilungen kennen. Jetzt bin ich gerade im NSE, dem Night‐Star‐Express, wo wir Kunden schon früh morgens beliefern.

Angefangen habe ich vor eineinhalb Jahren im Verkauf und im Kundendienst. Dort musste ich erstmal mit den Computerprogrammen warm werden und habe Stück für Stück mehr Aufgaben übernommen, wie E‐Mails bearbeiten und Kundengespräche führen. Diese Gespräche waren für mich schon eine Herausforderung, gerade weil es auch um Probleme und Beschwerden geht und die Kunden auch mal nicht so gute Laune haben. Aber es gab vorher eine zweitätige Schulung, und ich hatte immer jemanden an meiner Seite, den ich fragen konnte. Es hat zwar ein bisschen gedauert, bis ich sicher wurde und selbst wusste, was wann zu sagen und zu tun ist, aber inzwi‐ schen ist das sogar eine meiner Lieblingstätigkeiten.“ In der Disposition hatte Alexander dann nicht mehr mit den Kunden zu tun, sondern mit den Lkw‐ Fahrern. „Dort ging es um die Planung der Touren, die Organisation und Abfertigung der Fahrer. Zu sehen, wie das alles so funktioniert, was beim Planen alles beachtet werden muss, wie Paletten und Container verladen werden, wie eine Tour sinnvoll zusammengestellt wird, welche rechtlichen Vorgaben beachtet werden müssen, das ist sehr umfangreich und wirklich spannend.

Wir transportieren zum Beispiel auch Gefahrgüter. Da gibt es strenge Auflagen, mit denen man sich auskennen muss. Ein anderes wichtiges Thema sind die umfangreichen Zollbestimmungen bei Transporten ins Ausland.“ Alles, was er darüber wissen muss, lernt er in der Berufsschule. Ebenso auf dem Plan stehen dort Geografie, Lagerwirtschaft, Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Recht, Versicherung und Haftung – und zwar für alle Verkehrswege. Dazu gibt es vom Unternehmen auch noch verschiedene Seminare zu bestimmten Themen, wie zur Schifffahrt beispielsweise. Das ist eine Menge Theorie, für Alexander aber gut machbar. „Man muss eben einfach Interesse dafür mitbringen. Das Schöne an diesem Beruf ist eben die Abwechslung. Anders, als man vielleicht annimmt, arbeitet man als Kaufmann hier nicht nur am Computer und mit Zahlen. Ich habe sehr viel mit Menschen zu tun. Außerdem ist kein Auftrag wie der andere und bringt immer wieder neue Herausforderungen. Letztens mussten wir zum Beispiel den Transport von Bienenstöcken organisieren. Langweilig wird es hier nicht.“ (mü)