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< BWL Schwerpunkt Logistikmanagement (IUBH Erfurt)
19.08.16

BWL Studienrichtung Management in öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen (DH Gera-Eisenach)

In einer Stadt leben viele Menschen und in einer Stadt arbeiten viele Menschen. Und für eine Stadt arbeiten viele Menschen – mehr, als man sieht und mehr, als man denkt. Allein für Jena zum Beispiel 1.200 Mitarbeiter in der Jenaer Kernverwaltung und weitere 700 in Eigenbetrieben. Was sie da tun? Nun, dafür sorgen, dass das Leben und Arbeiten in einer Stadt möglich ist. Sie organisieren, verwalten, planen, sitzen in Ämtern, stehen in Service­Büros, sind auf der Straße unterwegs, kümmern sich um Blumenbeete, Jugendeinrichtungen und Tierheime genauso wie um Denkmäler und Ampeln und Bibliotheken.


Duales Studium, BA Gera, DHGE, Management in öffentlichen Unternehmen und Einrichtungen

Bild: Manuela Müller/WiYou.de

Jennifer wollte nach der Schule dual studieren: „Das Konzept von Studium und Ausbildung in einem hat mich einfach begeistert. Ich habe an der BA Gera nach Studiengängen geguckt, die dazu angeboten werden. Management Gesundheitswesen und Management in öffentlichen Unternehmen/Einrichtungen haben mich interessiert und ich habe mich in beiden Richtungen beworben. Öffentliche Verwaltung ist es dann geworden – mit der Stadtverwaltung Jena als Praxispartner. Das Studium ist betriebswirtschaftlich ausgerichtet. Ich war mir über die theoretischen Inhalte im Klaren. Überrascht hat mich dann aber die Praxis, die im dreimonatigen Wechsel stattfindet. In den ersten Wochen war ich alle zwei Tage in einer anderen Abteilung, um alles kennenzulernen. Die Vielfältigkeit hat mich wirklich beeindruckt – ich hätte nie gedacht, was da alles dazugehört. Man sieht zwar jeden Tag Straßenarbeiter, schmeißt etwas in den Müll, kommt an Kindergärten und Schulen vorbei, hört in den Nachrichten was von neuen Gebühren, war mal auf dem Friedhof, freut sich über die Blumen im Park, hört die Feuerwehr, aber kaum einer denkt über die Verwaltung im Hintergrund nach – und genau dort arbeite ich nun.“ 

Das heißt nicht überall, es gibt so viele Abteilungen, dass Jennifer nicht in jeder über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden kann. Als Erstes war sie bei einem städtischen Immobilienprojekt zur Entwicklung der Betriebskosten. „Das war sehr buchhaltungslastig. Auch im zweiten Bereich, dem Controlling, war es sehr viel Arbeit mit Zahlen. Da hab ich gemerkt, dass das allein nicht so das Richtige ist. Andererseits ist es schon sehr interessant, die Zusammenhänge zu verstehen. Man hört auf, immer nur zu schimpfen, wenn wieder irgendwelche Gebühren erhöht werden, weil man weiß, warum. Überhaupt ist es toll, so mittendrin zu stecken in dem, was jeden von uns umgibt.“ Am Ende jeder Praxisphase muss Jennifer eine Projektarbeit abgeben. „Das war bei mir zum Beispiel eine Untersuchung zur Auswirkung des Mindestlohns auf die Taxigebühren.“ Zur Bearbeitung hat man die meiste Zeit der 40­-Stunden­Arbeitswoche, es kommen nur kleinere Aufgaben aus dem Tagesgeschäft dazu. 

Die Zeit an der BA ist dann kein typisches Studium, sondern straff organisiert mit einem festen Stundenplan für Jennifer und ihre Kommilitonen. „Es kommt viel Wirtschaft dran, dazu Buchhaltung und Rechnungswesen, aber auch ganz spezielle Inhalte wie Baurecht zum Beispiel. Es ist gut, wenn man auch wirklich Interesse an diesen Themen hat. Für die Praxis und die Arbeit später muss Jennifer vor allem gut mit Menschen umgehen können – egal, ob mit den Kollegen in der Verwaltung, den Angestellten der Stadt oder den Bürgern. „Mir gefällt, wie ich in meinem Beruf so vieles miteinander verbinden kann. Zurzeit bin ich in der Personalabteilung bei den Stellenbeschreibungen und ­-bemessungen. Das macht wieder richtig Spaß, weil es eine Querschnittaufgabe ist, bei der man mit vielen anderen Abteilungen zu tun hat – und nicht nur am Computer sitzt. In meiner Projektarbeit dazu, die gleichzeitig meine Abschlussarbeit ist, geht es um die Arbeitszeitbemessung von Schulsekretärinnen. Dazu besuche ich die Schulen hier in Jena und spreche vor Ort mit den Angestellten über ihre Arbeit, ihre Einschätzung und Verbesserungsvorschläge. Das werte ich dann aus – und zwar nicht nur für eine möglichst gute Note. Meine Ergebnisse werden Auswirkungen auf die Neuberechnungen haben. Ich habe mit meiner Arbeit wirklich etwas bewirkt. Ein tolles Gefühl, das mich schon jetzt stolz macht. (mü)