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14.12.16

Automobilkaufleute - Zahlen und Technik

Das Auto sei des Deutschen liebstes Kind, heißt es immer. Das ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Wahr ist aber, dass sich die meisten einen Alltag ohne Auto nicht vorstellen können und dass der fahrbare Untersatz auch gern als Statussymbol herhalten darf. Wahr ist auch, dass ein Auto, besonders wenn es sich um einen Neuwagen handelt, keine kleine Anschaffung ist, die man sich mal eben auf dem Nachhauseweg mitnimmt. In der Regel führt der Weg doch eher in ein Autohaus, zum Beispiel zu Theresa, Auszubildende zur Automobilkauffrau bei Senger­-Kraft.


Ausbildung, Thüringen, Automobilkaufmann, Automobilkauffrau, Weimar, Senger-Kraft

Foto: privat

Dass Theresa mal in einem Autohaus stehen würde, und zwar nicht als Kundin, sondern als Mitarbeiterin, war nicht von Anfang an klar. „Nach der Schule ging es erstmal zum Studium. Das war aber nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, also habe ich nach einer Alternative gesucht. Ich konnte schon immer gut mit Menschen umgehen, kaufmännische Inhalte interessierten mich auch – da lag ein Beruf im Handel nahe. Allerdings wollte ich nicht in den Einzelhandel. Etwas Großes, wie eben Fahrzeuge, zu verkaufen ist schon etwas anderes. Man hat einfach einen ganz anderen Kontakt zu den einzelnen Kunden.“ Theresa absolvierte verschiedene Praktika in Autohäusern, unter anderem bei Senger­-Kraft, wo sie dann ihre dreijährige Ausbildung begann.

„Ein Autohaus ist ein in sich verzahntes System. Nur wenn Service, Verkauf, Lager und Werkstatt gut zusammenarbeiten, kann man die Kunden zufriedenstellen“, erklärt Theresa. Sie ist als Automobilkauffrau übrigens keine wirkliche Autoverkäuferin. Das ist eine Spezialisierung, die sie nach ihrer Ausbildung noch anschließen kann. Mit dem Verkauf zu tun hat sie aber trotzdem jetzt schon. „Ich bin immer direkt am Kunden, egal, welches Anliegen er hat, und bin das Bindeglied zu der jeweils anderen Abteilung. Ich bin im Service die erste Anlaufstelle, auch wenn der Kunde mit seinem Auto Probleme hat.“

Theresa steht dann zwar nicht selbst im Blaumann in der Werkstatt, aber sie übernimmt die Kommunikation mit dem Kunden, erklärt ihm, was die Reparatur kosten und wie lange sie dauern wird. Dazu gehört natürlich auch, dass man sich ein bisschen mit Autos und der Technik auskennt. „Man bekommt mit der Zeit einiges automatisch mit, und wenn mich etwas besonders interessiert, frage ich auch selbst immer nach. Außerdem gehört zur theoretischen Ausbildung neben dem kaufmännischen Bereich auch ein technischer. Da geht es um Aufbau und Funktion der einzelnen Bauteile wie Motor, Getriebe und Kupplung. Um die verschiedenen Fahrzeugtypen, um Reifen – das ist schon alles nicht ganz so einfach und man braucht neben Interesse auch unbedingt technisches Verständnis.“

„Im kaufmännischen Bereich fällt es mir etwas leichter. Allerdings gibt’s auch hier eine ganze Menge zu lernen, wie Rechnungswesen, Buchhaltung, Finanzierung, Versicherung und auch Marketing. Außerdem wird man darauf vorbereitet, mit Kunden Kontakt zu haben, aber da reicht die Theorie allein nicht aus. Man lernt das erst in der Praxis richtig. Das ist auch nicht was für jeden, man muss von Natur aus der Typ dafür sein, offen und ohne Scheu auf Menschen zu gehen können. Die Kunden sind auch nicht immer alle gut drauf – sich auf den Gegenüber einzustellen, ist aber genau das, was mir besonders viel Spaß macht.“

Während ihrer Ausbildung lernt Theresa die verschiedenen Abteilungen im Autohaus kennen. Sie war eineinhalb Jahre im Service, dann im Lager und ist jetzt in der Disposition, wo sie sich um den Fuhrpark und die Vorführwagen kümmert, Neu-­ und Gebrauchtwagen bestellt und die Verkäufer unterstützt. „Vielleicht mache ich später selbst noch die Verkäuferschulung. Ich würde aber erstmal gern noch den Betriebswirt anschließen.“ (mü)