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Berufsauswahl

< Regenerative Energietechnik (FH Nordhausen)
09.02.15

Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik - Nichts für Warmduscher

Du bist handwerklich begabt und hast Interesse daran, dass das kühle oder warme Nass zuverlässig aus dem Wasserhahn kommt, dann bist du in der Ausbildung als Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik richtig. Und dabei geht es nicht nur um den Wasserhahn!


Foto: Juliane Großmann/WiYou.de

„Ein handwerkliches Interesse ist Voraussetzung für diesen Beruf“, erklärt der 18jährige Dennis. Er lernt seit drei Jahren bei der Firma Wegra in Westenfeld. Schon als Kind werkelte Dennis mit seinem Vater, hatte mit neun Jahren seinen eigenen Akkuschrauber in der Hand. „Rechnerische Fähigkeiten, Beobachtungsgenauigkeit, Handgeschick und auch Planung und Organisation gehören zu den Grundvoraussetzungen für den Beruf.“ Dennis hat einen Realschulabschluss, in einigen Betrieben ist aber auch ein Hauptschulabschluss ausreichend.
Die Ausbildung untergliedert sich in vier Schwerpunktgebiete. Die Wasser, Luft, Wärme- und Umwelttechnik. In allen Bereichen lernt man das Anwenden von Anlagen und Systemtechnik und nimmt die versorgungstechnischen Anlagen in Betrieb. Dabei müssen bauphysikalische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen beachtet werden. „Dazu kommt die Funktionskontrolle und die Instandhaltung der versorgungstechnischen Anlagen. Wichtig dabei ist auch immer eine kundenorientierte Bearbeitung der Aufträge.“ Während der Ausbildung bauen Anlagenmechaniker Badewannen, Duschkabinen und sonstige Sanitäranlagen ein und schließen diese an. Sie montieren Heizungssysteme, stellen Heizkessel auf und nehmen sie in Betrieb. Sie bearbeiten Rohre, Bleche und Profile aus Metall oder Kunststoff. „Bei Heizungsanlagen richte ich auch die elektrischen Baugruppen und Komponenten für die Steuerungs- und Regelungsvorgänge ein. Dabei muss ich auf die optimalen Einstellwerte achten, um eine angemessene Wärmeleistung bei möglichst geringem Brennstoffverbrauch zu erreichen. Nach der Montage prüfe ich, ob die Anlagen einwandfrei funktionieren.“ Heizungen werden nicht im Werk gebaut, sondern beim Kunden vor Ort. „Somit ist man viel unterwegs, nicht nur im geschützten Bereich der Werkshalle. Nie macht man die gleichen Schritte. Man muss selber überlegen, wie man etwas macht, sich den Gegebenheiten anpassen.
Vor allem die soziale Weiterbildung durch die Arbeit mit dem Kunden ist ein großer Pluspunkt der Ausbildung, aber man braucht auch Nerven wie ein Drahtseil. Ein negativer Aspekt an diesem Beruf ist, dass man bei Wind und Wetter draußen unterwegs ist.“
Die theoretischen Grundlagen erwirbt Dennis in der Berufsschule. Insgesamt 13 Wochen im Jahr. „Von Werkstoffkunde über die Grundvorschriften der Trinkwasserinstallation, verschiedene Bearbeitungsverfahren, Wartungsintervalle, Anlagentechnik, Wärmemengenbeobachtung und erneuerbare Energien.“ Dazu sind gute Mathe- und Physikkenntnisse erforderlich. Nach zwei Jahren müssen die Auszubildenden eine schriftliche Zwischenprüfung ablegen. Im Berufs- und Technologiezentrum Rohr nimmt Dennis an überbetrieblichen Lehrgängen teil. Vierzehn Lehrgänge sind Pflicht, dazu kommen weitere freiwillige. „Meine Aufgaben sind sehr vielfältig, besonders weil man viel mit Kunden arbeitet. Als Anlagenmechaniker hat man sowohl mit Gewerbe- als auch mit Privatkunden zu tun.“ Während seiner Ausbildung kann sich Dennis auf einen Bereich spezialisieren. „Ich arbeite jetzt schon vermehrt im Service bereich.“
Nach drei Jahren mit Gesellenbrief könnte er seine Meisterausbildung anfangen. Ein Studium der Versorgungstechnik ist eine weitere Möglichkeit, sich nach der Ausbildung fortzubilden. (jg)