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08.02.16

Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte - Apothekers Liebling

Der Husten nervt, also ab in die Apotheke. Der Apotheker berät dich fachkundig und das passende Mittel ist schnell gefunden – nur leider steht es nicht mehr im Regal. Es ist Erkältungszeit und schon alles vergriffen. Und jetzt? Kommt die Rettung in Form der Pharmazeutisch­kaufmännischen Angestellten (PKA). Claudia um die Ecke – mit den Händen voll Nachschub aus dem Lager. Sie ist nämlich die Expertin für die Warenwirtschaft in der Apotheke und weiß genau, was wann nachbestellt werden muss.


Ausbildung, Thüringen, PKA, Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte

Foto: Manuela Müller/WiYou.de

Claudia arbeitet in der Ginkgo­Apotheke in Erfurt, hat die dreijährige Ausbildung zur PKA aber in einer Bundeswehrapotheke absolviert. „Da gibt es ein paar Unterschiede, weil das Sortiment bei der Bundeswehr kleiner war, die Mengen aber dafür größer. Außerdem habe ich während der Ausbildung nicht selbst bestellt, sondern nur Ware entgegengenommen. Die grundlegenden Aufgaben sind aber immer gleich. Man beginnt mit der Inventur, damit man die Apotheke kennenlernt. Bei mir ging es dann mit der Zusammenstellung der Servicepacks für die Soldaten weiter. Das war zwar nicht sehr abwechslungsreich, aber es blieb auch viel Zeit für andere Bereiche, die Rezeptur zum Beispiel, wo man auf Anordnung von Ärzten Medikamente herstellt, wie Hustensäfte, Salben und Kapseln.“

Jetzt, in der öffentlichen Apotheke, kümmert sie sich vorranging um Wareneinkauf, Bestellung, Rechnungen, die Abwicklung mit dem Großhandel, das Buchen der Waren, die Lagerhaltung, Lageroptimierung und Retouren. „Dazu muss ich immer auf die aktuellen Medikamentenlisten achten, genauso wie auf Rabattverträge mit den Krankenkassen, auf Skonto und Prozente sowie auf Verfallsdaten und Rücksendefristen. Eine Apotheke lebt von einer guten Betriebswirtschaft.“ Sie ist als PKA damit ein bisschen Apothekers Liebling, den die meisten aber nicht sehen, weil er im Hintergrund arbeitet. Was nicht heißt, dass Claudia gar keinen Kontakt zu Kunden hat. Es gibt in der Apotheke drei Bereiche: die rezeptpflichtigen Arzneimittel, die apothekenpflichtigen Arzneimittel und schließlich die freiverkäuflichen Waren vor dem Tresen, wie Zahnpasta, Tee oder Kosmetik. Bei Letzteren darf auch sie beraten und verkaufen. In einer Apotheke arbeitet man darüber hinaus unter Aufsicht des Apothekers. „Ich finde das auch wichtig. Alles, was mit Arzneimitteln zu tun hat, bringt eine große Verantwortung mit sich, die kann nur der tragen, der sich mit Arzneimitteln, Neben­ und Wechselwirkungen wirklich richtig gut auskennt. Das sind in der Regel Apotheker und Pharmazeutisch­technische Angestellte, bei denen das ausführlich in der Ausbildung behandelt wird. Bei mir war das nicht so umfassend, ich hatte dafür ja die kaufmännischen Inhalte.“

Ganz ohne pharmazeutisches Fachwissen geht es aber auch bei Claudia nicht. „Ich muss wissen, was ich bestelle, wie welche Medikamente gelagert werden, wie lange sie haltbar sind, ob sie speziellen Gesetzen unterliegen – wie etwa Betäubungsmittel –, welche Antibiotika in einer Grippezeit besonders gefragt sind oder auch, was man immer auf Lager haben sollte, wenn zum Beispiel wie bei uns Fachärzte in der Nähe sind.“ Deshalb standen neben BWL, Kassensystemen, Rechnungswesen und Informationsverarbeitung auch Apothekenwarenkunde, die Arzneimittelgruppen, Drogenkunde, Homöopathie und Pflanzenschutz auf dem Stundenplan in der Berufsschule.

Wie in allen kaufmännischen Berufen, sollte man auch als PKA mit Zahlen umgehen können und sehr genau arbeiten. „Das Schöne an meinem Beruf ist, dass man sich auf so vielen verschiedenen Gebieten spezialisieren kann. Ich berate zum Beispiel auch sehr gern Kunden bei Fragen zur Kosmetik. Über Schulungen kann ich mich dazu immer weiterbilden und mich so dann auch wieder mehr im Verkauf einbringen.“ (mü)