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19.06.17

Baugeräteführer - Bagger fahr´n

Baustellen allgemein und Baustellenfahrzeuge im Besonderen begeistern schon die Kleinsten – so gehören Kran, Betonmischer und natürlich der Bagger nicht nur für kleine Jungs in die gut ausgestattete Spielzeugkiste. Manchmal hält sich diese Faszination bis ins Jugendalter, wenn das Thema Berufswahl aufkommt. Und was liegt dann näher, als sich eine Ausbildung zu suchen, bei der man beruflich Bagger und Co fahren darf – so wie Marc, Azubi der Firma Bohlen & Doyen GmbH?


Ausbildung, Thüringen, Erfurt, Baugeräteführer, Bohlen & Doyen

Bild: Manuela Müller/WiYou.de

Der Beruf Baugeräteführer ist gar nicht so bekannt, wie man meinen könnte, wenn man die vielen Baustellen sieht. Denn kaum einer weiß, wieviel Fachwissen man braucht, um Bagger und andere Baugeräte sicher fahren und effektiv bedienen zu können. Marc allerdings kannte sich da schon gut aus. „Mein Vater macht das auch und es war schon immer mein Wunschberuf. Bei zwei Praktika hier im Unternehmen habe ich dann trotzdem nochmal geguckt, ob das wirklich zu mir passt, bevor ich mich für die Ausbildungsstelle bewarb.“

Marc hatte damit zwar schon ein bisschen Vorlauf, trotzdem ging es auch für ihn im ersten Lehrjahr viel in die Berufsschule und zu überbetrieblichen Lehrgängen. „Bevor man auf der Baustelle das erste Mal wirklich Bagger fahren darf, dauert es schon eine Weile. Zunächst übernimmt man kleinere Aufgaben und lernt, wie man richtig schaufelt und kehrt, denn trotz aller Maschinen muss man auch immer noch körperlich mitarbeiten. Den meisten Spaß macht aber natürlich das mit den großen Geräten.“ Welche das genau sind, hängt immer von dem Unternehmen und der Baustelle ab. „Ich arbeite hauptsächlich mit dem Bagger. Ich ziehe Gräben, transportiere Baumaterial und belade LKWs. Aber auch die Arbeit mit Radladern, Raupen, Traktoren und Bohranlagen gehört zu diesem Beruf.“

Marc muss diese Maschinen und Geräte nicht nur bedienen, sondern auch warten und pflegen können. „ich kann auf der Baustelle nicht wegen jeder Kleinigkeit den Mechaniker rufen. Ich muss selbst wissen, wie ich einen Luftfilter tausche oder einen Baggerkübel wechsele. In der Winterzeit, wenn man draußen nicht viel machen kann, ist man als Azubi deshalb auch viel in der Werkstatt und lernt bei den Schlossern.“

In der Theorie in der Berufsschule geht es viel um Mathe und Technik. „Man lernt den Aufbau und die Funktionsweise der Baugeräte kennen – hat die überbetrieblichen Schulungen speziell zu Themen wie Hydraulik und Pneumatik, und bekommt auch praktischen Unterricht in den handwerklichen Bereichen. Da ist schon was Anderes als in der Schule und man muss sich nochmal hinsetzen und richtig lernen.“ Für Marc ist die technische Mathematik dabei die größte Herausforderung. „Baugruben berechnen ist noch relativ einfach, aber bei den Getrieben wird es echt kompliziert.“

Marc ist schon im dritten Lehrjahr und hat gerade seine praktische Prüfung bestanden. „Das war nicht so schwer. Wer handwerklich geschickt ist und sich für die Maschinen interessiert, kommt da gut durch.“ Auf der Baustelle ist es zudem sehr wichtig, immer konzentriert zu sein. „Wenn ein Kollege unten in der Grube steht, muss er sich darauf verlassen können, dass ich bei der Sache bin, auf seine Handzeichen achte und meine Maschine im Griff hab.“

Was Marc an seinem Beruf besonders gefällt, ist, immer draußen an der frischen Luft und handwerklich tätig zu sein. „Nur wenn das Wetter richtig schlecht ist, es regnet und sehr windig ist, macht es nicht so Spaß. Aber ich könnte mir nicht vorstellen, den ganzen Tag irgendwo drin im Büro zu sitzen.“ (mü)