Wie bekommst du eigentlich...Geld vom Staat für deine Ausbildung?
Endlich das eigenen Geld. Endlich ein festes monatliches Einkommen. Aber nach der ersten Freude kommt schnell Ernüchterung, denn wirklich viel Geld bekommen die wenigsten Azubis in ihrer Ausbildung. Wenn du noch bei deinen Eltern wohnst, kannst du da ganz gelassen drüber hinwegsehen. Mama und Papa werden dir, wenn sie überhaupt etwas von deinem Einkommen haben wollen, genug zum Leben übrig lassen. Schwieriger wird es da schon, wenn du deinen Ausbildungsplatz nicht in der Nähe findest, sondern die Stadt wechseln musst. Miete und Nebenkosten, Fahrtkosten und Einkäufe - da ist vom ersten schwerverdienten Geld schnell nichts mehr übrig. Um dir aber trotzdem ein Leben mit einer Berufsausbildung zu ermöglichen, hat der Staat ein paar Stellen geschaffen, die dich mit Geld unterstützen.
Wenn du in einer anderen Stadt deine Ausbildung beginnst und nicht mehr bei den Eltern wohnen kannst, weil die Entfernung zu groß ist, kannst du Berufsausbildungshilfe (BAB) beantragen. Natürlich funktioniert das nicht automatisch. Bei der Agentur für Arbeit musst du nach Beginn deiner Ausbildung oder einer berufsvorbereitenden Maßnahme einen Antrag stellen. Das Geld wird dir dann rückwirkend für von dem Monat an gezahlt, in dem du den Antrag gestellt hast. Hat deine Ausbildung im September begonnen, du hast deinen Antrag aber erst im Oktober gestellt, bekommst du auch erst ab Oktober die Unterstützung. Es ist also besser, wenn du nicht zu lange wartest. Förderungsfähig sind eine betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder eine betrieblich durchgeführte Ausbildung nach dem Altenpflegegesetz. Für die Ausbildung muss ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen worden sein. BAB wird grundsätzlich nur für die erste Ausbildung geleistet. Nur in wenigen Fällen kann BAB für eine zweite Ausbildung in Betracht kommen. Hast du bereits eine Ausbildung begonnen aber nicht beendet, könnte die Förderung einer erneuten Ausbildung trotzdem in Betracht kommen. Grundsätzlich solltest du dich bei deiner zuständigen Arbeitsagentur darüber informieren, ob und wie viel BAB du bekommen kannst. Die Höhe des BAB hängt zum einen von deinem Gesamtbedarf, also deinen monatlichen Kosten und deinem Einkommen ab. Deine BAB wird normalerweise nicht für deine komplette Ausbildung, sondern nur für zwölf oder 18 Monate bewilligt. Danach kannst du aber einen neuen Antrag stellen und bekommst weiterhin Geld vom Staat.
Bist du kein Azubi, sondern Schüler oder Student, bekommst kein BAB, sondern BAföG. BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) erhalten Schüler ab der 10. Klasse an allgemeinbildenden Schulen, von Fachschulen und Berufsfachschulen, von Schulen des zweiten Bildungsweges, von Akademien und Hochschulen. Die Höhe deines BAföG richtet sich auch hier an deinem Bedarf, aber auch am Einkommen deiner Eltern und deinem eigenen Einkommen aus. Maximal, also einschließlich einer Zusatzförderung für die Kranken- und Pflegeversicherung, können über das BAföG momentan 643 Euro bezogen werden. Zusätzlich steht dir aber auch noch dein Kindergeld zur Verfügung. Da im Sinne des BAföG recht schwierig erklärt ist, was unter deinem Einkommen zu verstehen ist, und weil es viele Rechtsvorschriften, Ausnahme- und Härtefälle gibt, solltest du dich vorher beraten lassen. Als Student gehst du am besten zu deinem Studentenwerk, wenn du Schüler bist, ist das zuständige Amt für Grundsicherung dein Ansprechpartner. Der erklärt dir auch, ob für dich ein elternunabhängiges BAföG infrage kommt. Das kann dann der Fall sein, wenn du vor deiner Ausbildung bereits gearbeitet hast und somit schon wirtschaftlich auf eigenen Beinen gestanden hast. Für gewöhnlich bekommst dein BAföG über die gesamte Dauer der Ausbildung, als Student gilt hier die Regelstudienzeit. Aber auch hier gibt es viele Ausnahmefälle. Schüler müssen ihre staatliche Unterstützung nicht zurückzahlen, Studenten dagegen die Hälfte. Aber auch hier gibt es wieder eine Ausnahme: höchstes 10.000 Euro des erhaltenen BAföG müssen zurückgezahlt werden.
Ergänzend zum BAföG, wenn das Geld partout nicht für dich und deine Ansprüche reicht, besteht über das Bildungskreditprogramm eine weitere Möglichkeit zur Ausbildungsfinanzierung. Der Bildungskredit ist unabhängig von deinem Vermögen und Einkommen und auch das Einkommen deiner Eltern spielt keine Rolle. Außerdem ist es egal, ob du andere Unterstützungen wie BAföG oder BAB bekommst. Da der Bund für dich als Bürge zur Seite steht, bekommst du den Kredit zu sehr günstigen Konditionen. Als auszahlende und bearbeitende Bank stehst du mit der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Kontakt. Der Bildungskredit dient bei nicht nach dem BAföG geförderten Auszubildenden zur Sicherung und Beschleunigung der Ausbildung, bei nach dem BAföG geförderten Auszubildenden der Finanzierung von außergewöhnlichem, nicht durch das BAföG erfasstem Aufwand, wie zum Beispiel besonderen Studienmaterialien, Exkursionen oder Schulgebühren. Auch viele Privatbanken bieten dir die Möglichkeit einen Ausbildungs- oder Studentenkredit zu bekommen. Frag einfach bei deiner Hausbank nach, ob und zu welchen Konditionen du einen Kredit bekommen kannst. Meistens sind diese Kredite aber teurer als die, die du von Staatlichen Stellen bekommen kannst.
Damit dich die Kosten deiner Ausbildung nicht auffressen und damit du nach der Ausbildung oder dem Studium nicht auf einem riesigen Schuldenberg sitzt, solltest du dich rechtzeitig und umfassend bei den Experten beraten. Und gerade als Student solltest du daran denken, ob du dir mit einem kleinen Nebenjob noch ein paar Euro dazuverdienen magst. (su)
weiterführende Links:
Hier gehts direkt zur Seite der Staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau »
Hier findest du entsprechende Hilfe bei der Agentur für Arbeit »
Hier findest du Informationen zur Finanzierung mithilfe von BAföG »





