Unpassend
Mädelsnachmittag mit der Kollegin: Wir gehen shoppen. Noch ist Anfang das Monats, das heißt, es darf ein bisschen mehr sein – also rein in den teuren Jeansladen. Mit dem Leitspruch "Ich brauch ne neue Hose, die alte hab ich schon" stürmen wir die Auslage. Ich versuche mich an warschonmaldagewesen-istdannverschwunden-kommtaberjetztwieder-Schlaghosen. Meine kauffreudige Begleitung widmet sich der Abteilung Röhrenjeans undärgert sich auch gleich mal darüber, dass das Beinkleid ihrer Begierde nur...[mehr]
Knut ist tot!
Laptop an und losgeschrieben. Es ist mal wieder so weit, das neue Heft ist fast fertig. Und die Kolumne wartet. Noch fehlt das passende Thema. Erdbeben in Japan? Zu erschütternd! Guttenbergs wissenschaftliche Methoden? Zu oft kopiert! Auf der Suche nach Inspiration steuere ich das Radio an – mal hören ob der Rundfunk was rund funkt. Werbung, Wetter und Weltpolitik – und dann, nach Stau-irgendwo wegen Unfall-nach-irgendwas – DIE Nachricht: Knut ist tot! Ich drehe lauter. Unglaublich! Unfassbar!
Alle Jahre wieder
Es ist Sonntagabend, ich schlürfe in Winterpulli und extra dicken Hausschuhen raus in die Kälte zum Briefkasten. Ziel der Mission „Musstesein“: Rechnungen sammeln und Platz machen für Postwurfsendungen und Co der kommenden Woche. Dann plötzlich, im Wust von kostenlosen Zeitungen und Supermarktschnäppchenblättchen, zwischen Pizzabringdienstprospekten und Dönertellerganzbilligflyern lacht er mich an: der Versandhauskatalog der nächsten Sommersaison. Fies grinst dabei die Bikiniträgerin vom Titel...[mehr]
Er steht einfach nicht auf
Draußen wird’s schon dunkel, aber ich bin noch nicht fertig. Eine Kolumne will heute noch geschrieben werden. Ich sitz auf meiner Couch vorm Laptop, überlege so vor mich hin und versuche, meinen Gedanken Form zu geben. Und dann: Es rettet mich das Telefon. Am anderen Ende - meine Mutter, ihres Zeichens Demeter, die Urmutter. Den T itel ertanzte sie sich göttlich in einem Ich-finde-mich-selbst-Workshop auf Kreta. Warum sie nun so spät noch anruft?
Vom Siezen und Duzen
Morgens im Büro. Das Telefon klingelt. Am Apparat: Der Chef! Er will den Kollegen sprechen. Ich bin Sechsuhrmorgensaufsteherin und so früh am Tag noch nicht ganz auf der Höhe. Und da rutscht es mir raus, und geradewegs in die Sprechmuschel durchs nicht vorhandene Telefonkabel direkt ins Ohr des Chefs: „Der kommt gerade rein, warte mal kurz.“ Es folgt Husten Räuspern Husten meinerseits und – keine Reaktion seinerseits. Ist er vom saloppen unangebotenen ‚Du’ so schockiert, dass er gar nichts mehr...[mehr]




